23.03.26 – Mode für Schwangerschaft und Stillzeit
Abschied von creätr
Fünf Jahre lang stand creätr für stilvolle, funktionale Mode rund um Schwangerschaft und Stillzeit. Trotz klarer Vision und hochwertiger Produktion ziehen die Gründerinnen nun einen Schlussstrich.
Als die Schwestern Viktoria Ibbett und Verena Seipp aus Frankfurt das Label creätr gründeten, verfolgten sie eine klare Mission: Mode für Schwangerschaft und Stillzeit zu entwerfen, die Funktionalität und Stil vereint. Kleidung, die Frauen nicht nur praktisch unterstützt, sondern ihnen auch Selbstbewusstsein und ein gutes Gefühl in einer besonderen Lebensphase vermittelt. Die Idee entstand aus persönlicher Erfahrung. Während ihrer eigenen Schwangerschaft stellte Viktoria fest, dass das Angebot am Markt oft entweder funktional oder modisch war, selten jedoch beides. Gleichzeitig dominierte günstige Fast Fashion, während hochwertige und durchdachte Alternativen kaum zu finden waren.
Diskrepanz zwischen Vision und Markt
Bei creätr sind Hoodies, Sweater, Jogger, T-Shirts, Kleider und Accessoires bewusst so gestaltet, dass sie Frauen von der Schwangerschaft über die Stillzeit hinaus begleiten. Ein zentraler Bestandteil der Markenphilosophie war die Produktion. creätr setzte auf hochwertige Materialien und fertigte konsequent in Portugal, Deutschland und Italien. Qualität, Langlebigkeit und faire Bedingungen standen dabei stets im Fokus. Doch genau dieser hohe Anspruch brachte auch Herausforderungen mit sich. Die aufwendige Produktion machte es schwierig, Preise anzubieten, die für viele Mütter zugänglich waren – also genau für die Zielgruppe, die die Gründerinnen erreichen wollten. Hinzu kam eine strategische Entscheidung aus der Anfangsphase: Beim Pricing ließ sich das junge Label stark in ein Luxussegment positionieren, doch mit diesem Umfeld konnten sich die Gründerinnen selbst nie vollständig identifizieren. „Unsere Vision war immer eine Marke, die greifbar und erreichbar ist – eine Alternative zur Fast Fashion, aber keine Luxusmarke“, erklären sie rückblickend. „In diesem Segment authentisch zu verkaufen, fiel uns zunehmend schwer.“ Trotz vieler positiver Begegnungen mit Kundinnen – etwa auf Babymessen oder bei Pop-up-Events – blieb diese Diskrepanz zwischen Anspruch, Preisstruktur und Marktrealität bestehen.
Schlussverkauf für Mütter
Nach fünf intensiven Jahren haben sich die Gründerinnen daher entschieden, das Kapitel creätr zu schließen. Parallel dazu startete das Label einen radikalen Schlussverkauf: Die verbleibende Kollektion wird für 29 Euro pro Artikel angeboten. Ziel ist es, die hochwertigen Stücke noch möglichst vielen Müttern zugänglich zu machen und gleichzeitig die Bestände abzubauen. Was bleibt, ist die Erfahrung aus dem Aufbau einer unabhängigen Marke und der Wunsch, dass hochwertige, durchdachte Mode für Schwangerschaft und Stillzeit künftig mehr Platz im Markt findet.



