27.05.26 – ADAC
Autokindersitztest Frühjahr 2026
Im aktuellen ADAC-Kindersitztest wurden 26 neue Modelle auf Herz und Nieren geprüft. Insgesamt gab es solide Ergebnisse, aber auch einen klaren Ausfall.
Der ADAC hat im Frühjahr 2026 insgesamt 26 Kindersitze verschiedener Klassen getestet – von Babyschalen über Sitze für Kleinkinder bis hin zu Sitzerhöhungen für größere Kinder. Bewertet wurde in den fünf Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffe und Umweltschadstoffe. Die Preisspanne reichte von unter 70 bis deutlich über 500 Euro.
Sechs Modelle erreichen das Urteil „gut“, 16 schneiden „befriedigend“ ab, drei Sitze kommen noch auf „ausreichend“. Eine Babyschale fällt mit „mangelhaft“ durch. Kein Produkt zeigte dabei Auffälligkeiten bei Umweltschadstoffen wie PFAS. Beim letzten Test im Herbst 2025 war fast jeder dritte Sitz betroffen. Insgesamt übertreffen sogar viele Sitze die gesetzlichen Mindestanforderungen der Norm UN Reg. 129 deutlich.
Testsieger ist eine Babyschale
Die „Foppapedretti Disk Infant i-Size + Tech i-Size“ erreicht die Gesamtnote 1,9. Das Modell mit Isofix-Basis ist für Kinder von 40 bis 87 cm zugelassen und liegt mit rund 368 Euro im oberen Preisbereich. Die Variante ohne Basis, „Foppapedretti Disk Infant i-Size“, kommt auf die Note 2,2, weist aber ein höheres Fehlbedienungsrisiko auf. Ebenfalls „gut“ schneidet die Babyschale „Silver Cross Glide Plus 360“ (2,4) ab. Bei den Kleinkindersitzen erhält der drehbare „Cybex Sirona Ti“ (Isofix, 40 bis 105 cm) das Urteil „gut“ (2,5), ebenso der mitwachsende Fangkörpersitz „Cybex Pallas G3“ (2,5; 76 bis 150 cm).
Für ältere Kinder empfiehlt sich die Sitzerhöhung „Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size“ (2,5) als leichtes, fahrzeugflexibles Modell.
Deutlich negativ fällt dagegen die Babyschale „Kinderkraft Mink Pro 2 + Base Mink FX2“ auf: Beim Frontalcrash löst sich die Schale von der Isofix-Basis, der ADAC bewertet deshalb mit „mangelhaft“. Eltern können den Sitz laut Hersteller umtauschen oder zurückgeben. Drei weitere Produkte im Test kommen nicht über eine ausreichende Gesamtbewertung hinaus: Der „Axkid Minikid 4“ (3,8) zeigt zwar befriedigende Sicherheitseigenschaften, ist aber vergleichsweise kompliziert einzubauen, da er Zusatzgurte benötigt, die am Vordersitz befestigt werden müssen. Der „Lionelo Lavender“ (3,9) erreichte bei der Sicherheit nur ausreichende Ergebnisse und beim „Jané Concord Kombikid“ (3,8) wurde im Bezugsstoff ein gesundheitsgefährdendes Flammschutzmittel in einer erhöhten Konzentration nachgewiesen.
Der ADAC empfiehlt, Kindersitze möglichst im Fachhandel auszuprobieren und den Einbau direkt im eigenen Fahrzeug zu testen. Denn selbst ein gut bewerteter Sitz schützt nur dann optimal, wenn er korrekt eingebaut ist und zum Auto sowie zum Kind passt. Von spontanen Onlinekäufen ohne vorherigen Test raten die Experten ausdrücklich ab.



