04.08.26 – Reform des Mutterschutzgesetzes

Natascha Sagorski erhält Bundesverdienstkreuz

Für ihren Einsatz zur Einführung eines gestaffelten Mutterschutzes nach Fehlgeburten wird die Autorin und Aktivistin Natascha Sagorski mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ihr Engagement führte zu einer wichtigen Reform des Mutterschutzgesetzes.

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Natascha Sagorski erhält das Bundesverdienstkreuz für ihren Kampf zum gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten. © Ben Jenak

 

Die Karlsruher Autorin und Familienaktivistin Natascha Sagorski erhält das Bundesverdienstkreuz. Ausgezeichnet wird sie für ihren langjährigen Einsatz für einen besseren Schutz von Frauen nach Fehlgeburten. Mit einer bundesweiten Petition und intensiver politischer Überzeugungsarbeit brachte sie das Thema in die öffentliche Debatte und trug maßgeblich dazu bei, dass das Mutterschutzgesetz geändert wurde.

Die Neuregelung, die am 1. Juni 2025 in Kraft trat, schließt eine lang kritisierte Lücke im Mutterschutz. Bis dahin hatten Frauen nach einer Fehlgeburt vor der 24. Schwangerschaftswoche grundsätzlich keinen Anspruch auf Mutterschutz, sofern kein ärztliches Beschäftigungsverbot ausgesprochen wurde. Mit der Reform besteht nun erstmals ein gestaffelter Mutterschutz auch nach einer Fehlgeburt: Ab der 13. Schwangerschaftswoche erhalten Betroffene bis zu zwei Wochen Mutterschutz, ab der 17. Woche bis zu sechs Wochen und ab der 20. Woche bis zu acht Wochen. Ziel der Neuregelung ist es, Frauen Zeit für die körperliche und seelische Erholung zu geben, ohne unmittelbar an den Arbeitsplatz zurückkehren zu müssen. „Ich erlebe es in meiner politischen Arbeit immer wieder, dass familienpolitische Themen wie Mutterschutz nach Fehlgeburten als weich und weniger relevant angesehen werden. Umso mehr freue ich mich über diese große Wertschätzung“, sagt Natasche Sagorski.

Ausgangspunkt für ihr Engagement war ihre eigene Fehlgeburt. In den vergangenen Jahren setzte sie sich zudem für eine stärkere gesellschaftliche Sichtbarkeit des Themas sowie für eine familienfreundlichere Politik ein. Mit dem Bundesverdienstkreuz wird dieses Engagement nun auf höchster Ebene gewürdigt. Die Auszeichnung steht zugleich für einen gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Fehlgeburten und unterstreicht die Bedeutung politischer Initiativen, die konkrete Verbesserungen für betroffene Familien erreichen.