28.09.26 – Weltstillwoche 2026

Stillen, die schützenswerte Superkraft

Ab heute bis 4. Oktober 2026 findet die diesjährige Weltstillwoche statt. Unter dem Motto „Stillen. Deine Superkraft.“ rückt sie die besonderen Leistungen stillender Mütter in den Fokus und macht zugleich deutlich: Ein stillfreundliches Umfeld ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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© Stefanie Auer - humanfotografie

 

„Stillen ist eine echte Superkraft, die mit vielen gesundheitlichen Vorteilen für Mutter und Kind einhergeht, die Bindung stärkt und die Entwicklung des Kindes fördert. Gleichzeitig ist es eine individuelle Entscheidung, die unbedingt geschützt gehört“, sagt Annika Wanierke, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands (DHV). Hebammen spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie Frauen fachlich begleiteten und ihnen Sicherheit im Umgang mit Fragen und Herausforderungen rund ums Stillen gäben. Wanierke betont: „Hebammen machen Stillen nicht zur Pflicht. Sie geben Frauen Wissen, Sicherheit und praktische Unterstützung, damit jede Stillbeziehung ihren eigenen guten Anfang finden kann.“ Voraussetzung dafür sei ein verlässlicher Zugang zu Hebammenhilfe – unabhängig von Wohnort und finanziellen Ressourcen.

Auch Kathrin Herold, kommissarische DHV-Bundesbeauftragte für Stillen und Ernährung, sieht die Verantwortung nicht allein bei den Müttern: „Die Superkraft liegt nicht darin, alles allein schaffen zu müssen. Sie entfaltet sich dort, wo Mütter und Familien die Unterstützung bekommen, die sie brauchen: mit verlässlichem Wissen, guter Beratung, Zeit, Wertschätzung und einem stillfreundlichen Umfeld.“ Der DHV fordert deshalb u. a. verbindliche stillfreundliche Standards in Kliniken und eine stärkere Stillförderung. „Die Nationale Strategie zur Stillförderung muss dauerhaft finanziert und vor Ort wirksam umgesetzt werden“, so Herold. Gleichzeitig müssten Arbeitgeber für stillfreundliche Rahmenbedingungen sorgen.

Für den DHV ist klar: Stillförderung geht über die individuelle Unterstützung von Müttern hinaus. Sie betrifft die gesundheitliche Versorgung, Familienfreundlichkeit und die Rahmenbedingungen, unter denen Familien ihren Alltag gestalten.