06.10.26 – Stiftung Warentest mit dem ADAC
Warnung vor zwei Autokindersitzen
Im laufenden Gemeinschaftstest der Stiftung Warentest mit dem ADAC und internationalen Partnern fallen von Britax Römer der „Baby-Safe Pro“ mit „Vario Base 5Z“ und der Axkid „Minikid Core“ durch.
Bei beiden Sitzen wurden erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt: Nach Einschätzung der Tester können sie bei einem schweren Frontalaufprall zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. „Wir raten dringend vom Gebrauch dieser Kindersitze ab. Das Versagen von Gurtschloss oder Stützfuß beim Crash ist inakzeptabel. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ein Kindersitz bei einem Unfall das Kind schützt“, warnt Testleiterin Sarah Vasconi. Die vollständigen Ergebnisse des Tests sollen Ende Oktober veröffentlicht werden.
Britax Römer: Babyschale löste sich in geneigter Position
Der „Baby-Safe Pro“ ist für Babys mit einer Körpergröße von 40 bis 85 cm zugelassen. Im Frontaltest war die rückwärtsgerichtete Babyschale in geneigter Position auf der „Vario Base 5Z“ montiert. Beim Aufprall verbog sich der obere Bereich der Schale laut Stiftung Warentest stark nach hinten. Das Gurtschloss öffnete sich, seine Einrastmechanismen brachen – der Crashtest-Dummy wurde aus der Schale geschleudert. Die Warnung bezieht sich auf die Verwendung mit der Basis in Lehnposition. „Eltern, die diese Kombination nutzen, sollten nur noch die aufrechte Position wählen oder auf den Fahrzeuggurt umsteigen“, erläutert Vasconi. In aufrechter Position hielt der Sitz mit der „Vario Base 5Z“ dem Test stand. Ohne Basis, direkt mit dem Fahrzeuggurt angeschnallt, bestand die Babyschale den Crashtest sowohl in aufrechter als auch in liegender Position.
Britax Römer teilte der Stiftung Warentest mit, das Ergebnis zu untersuchen. Über weitere Maßnahmen wolle das Unternehmen nach Abschluss der Auswertung entscheiden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren laut Stiftung Warentest weder ein Rückruf noch ein kostenloser Austausch oder eine Rückerstattung veranlasst.
Axkid: Stützbein und Gurtschloss versagten
Auch beim rückwärtsgerichtet montierten Axkid „Minikid Core“ stellte die Prüfung ein erhebliches Sicherheitsrisiko fest. Der Sitz wird mit dem Dreipunktgurt befestigt und ist für Kinder bis 125 cm Körpergröße ausgelegt. Im Test mit einem Dummy in der Größe eines sechsjährigen Kindes gab das Stützbein beim Frontalaufprall nach. In der stärker geneigten Sitzposition riss zudem das Gurtschloss samt Schrittgurt aus der Sitzschale. Der Dummy wurde nach hinten geschleudert; dabei wirkte laut Test eine hohe Belastung auf den Nackenbereich. „Bei einem ernsten Frontalaufprall führt das unserer Ansicht nach zu einem deutlich erhöhten Verletzungsrisiko“, so Vasconi. Ihre Empfehlung: „Dieser Kindersitz sollte nicht mehr genutzt werden.“
Axkid hat nach Angaben der Stiftung Warentest den Verkauf des „Minikid Core“ eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet. Betroffene Kundinnen und Kunden sollen direkt informiert werden und können den Sitz kostenlos austauschen lassen. Der Austausch kann auch über ein Online-Formular von Axkid beantragt werden. Die Zulassungsnummer auf dem Aufkleber am Sitz beginnt laut Stiftung Warentest mit E9.




