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25.04.16 – Neuer Aktionspreis

INKOTA: Spitze Nadel für Menschenrechte

Zum ersten Mal haben das Berliner Netzwerk INKOTA und cum ratione, Gesellschaft für Aufklärung und Technik aus Paderborn, am Samstag die Spitze Nadel verliehen. 

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Berndt Hinzmann (Mitte) übergab die Spitze Nadel an das Design-Team von Future Fashion Forward. (Foto: INKOTA)

 
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Für die Künstlergruppe Dies Irae nahm Jan Korte den Preis aus der Hand von Initiatorin Kerstin Haarmann, cum ratione, entgegen. (Foto: INKOTA)

 
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Der mit 10.000 Euro dotierte Aktionspreis würdigt Initiativen, die sich vorbildlich für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Schuh-, Leder- und Textilindustrie einsetzen. Dabei wurde die Spitze Nadel zum ersten Mal am Vorabend des Rana Plaza-Jahrestags verliehen: Am 24. April 2013 waren beim Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes in Bangladesch mehr als 1.100 Menschen getötet und fast 2.500 Menschen verletzt worden – vor allem Näherinnen, die für den globalen Textil- und Bekleidungsmarkt produzierten. „Wirtschaft und Politik haben nicht ausreichend Sorgfalt zum Schutz der Menschen walten lassen. Sonst wäre es nicht zu dieser Katastrophe gekommen“, betont Berndt Hinzmann von INKOTA.

Veränderungen sind also dringend nötig, im Großen wie im Kleinen: „Neben politischen Prozessen brauchen wir eine kritische Öffentlichkeit und anhaltendes Engagement, damit Unternehmen entlang der globalen Lieferkette der Pflicht zur Sorgfalt und zum Schutz der Menschenrechte nachkommen“, weiß Hinzmann. Genau deshalb gibt es den Aktionspreis Spitze Nadel, mit dem in diesem Jahr drei Aktionen ausgezeichnet wurden: Future Fashion Forward mit „The 2 Euro T-Shirt – A social experiment“, Dies Irae mit „Jobs @ Primark“ und die Evangelische Jugend Bad Honnef mit „Fashion – ein globales Geschäft“.

 

Future Fashion Forward, „The 2 Euro T-Shirt – A social experiment“:

Zum Fashion Revolution Day 2015 wurde auf dem Alexanderplatz in Berlin ein großer Automat aufgestellt, aus dem für jeweils zwei Euro ein T-Shirt gezogen werden konnte. Zuvor klärten Bilder die Passanten über die Zustände in der globalen Bekleidungsindustrie auf. Dann konnten sie entscheiden: entweder die zwei Euro für bessere Arbeitsbedingungen spenden oder tatsächlich ein T-Shirt bekommen. Die über den Tag hinweg versteckt aufgenommenen Reaktionen wurden in einem Videospot präsentiert:

Dies Irae, „Jobs @ Primark“:

In großen Plakatkästen an unterschiedlichen Stellen in Braunschweig hingen im April 2015 gefakte Stellenausschreibungen des Textil-Discounters: Gesucht wurden Menschen, die an sieben Tagen in der Woche für jeweils zwölf Stunden ohne Krankenversicherung arbeiten wollten („wer krank ist, hat Pech“). Dank der dazu angegebenen Kontaktdaten von Primark landeten Reaktionen auf die Jobanzeige auch gleich bei der richtigen Adresse ...

 

Ev. Jugend Bad Honnef, „Fashion – ein globales Geschäft“:

Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart gab es einen besonderen Stand mit einer „Black Box“ im Zentrum. Hier erlebten Besucher Fabrikgeräusche, stickige Luft und verschmutztes Wasser im wahrsten Sinn des Wortes am eigenen Leib, flankiert von Bildern und Informationen über die Textilproduktion vor allem in Bangladesch.

 

Die Ausschreibung für den Aktionspreis Spitze Nadel beginnt jedes Jahr am 7. Oktober, also am Tag der menschenwürdigen Arbeit. Gruppen, Initiativen und Vereine können sich mit ihren (auch ehrenamtlichen) Gemeinschaftaktionen bewerben.