08.04.26 – Stiftung Warentest und ADAC

Acht Kindersitze mit lebensgefährlichen Mängeln

Die Stiftung Warentest warnt aktuell eindringlich vor acht Autokindersitzen, die in Crashtests gravierende Sicherheitsprobleme gezeigt haben. Für Kinder kann die Nutzung dieser Modelle im Ernstfall lebensgefährlich sein.

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Die Babyschale „Kinderkraft Mink Pro 2“ fiel im Crashtest durch, der Hersteller bietet einen kostenlosen Umtausch oder eine Rückerstattung an. Stiftung Warentest © Stiftung Warentest

 
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Bereits im Oktober 2025 hat die Stiftung Warentest vor dem Kauf des Autokindersitzes „Reecle 360“ gewarnt. © Stiftung Warentest

 

Im Fokus stehen sieben baugleiche Sitze des Modells „Reecle 360“ (ZA 10 i-Size), vor dem bereits im Oktober 2025 gewarnt wurde. Die betroffenen Produkte tragen die Zulassungsnummer E8 0313715. Diese Sitze werden unter unterschiedlichen Markennamen und vor allem online verkauft, was die Identifikation erschwert. Bereits im ersten Test löste sich die Sitzschale bei einem Frontalaufprall in rückwärtsgerichteter Position von der Basis und wurde mitsamt Dummy durch das Testfahrzeug geschleudert. Die nun getesteten Klon-Modelle versagten auf identische Weise. Zusätzlich fiel auch die Babyschale „Kinderkraft Mink Pro 2“ in Kombination mit der Basisstation „Mink FX2“ durch: Auch hier löste sich die Schale beim Frontalcrash von der Basis. Die Stiftung Warentest rät Eltern dringend, betroffene Sitze nicht weiter zu nutzen und sich umgehend an Händler oder Hersteller zu wenden. Kinderkraft bietet für die „Mink Pro 2“ einen kostenlosen Umtausch oder eine vollständige Rückerstattung an (safety@kinderkraft.com ). Der Hersteller der Klon-Sitze, Yangzhou Lettas Baby Product Co., Ltd., verweist auf seinen Kundenservice.

Strenge Crashtests unter realistischen Bedingungen

Die Tests wurden gemeinsam mit dem ADAC und weiteren europäischen Partnerorganisationen durchgeführt. Simuliert wurde ein Frontalaufprall zweier Fahrzeuge mit jeweils 50 km/h – ein realitätsnahes, aber strengeres Szenario als die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen. Unter der Leitung von Sarah Vasconi macht die Expertin auf ein zentrales Problem aufmerksam: „Dass ein und derselbe unsichere Sitz im Handel unter verschiedenen Markennamen verkauft wird, mit unterschiedlichen Bezügen und auf verschiedenen Verkaufsplattformen, macht es für Eltern extrem schwer, ihn zu erkennen und zu meiden.“

Kauftipp: Sicherheit vor Preis

Grundsätzlich empfiehlt die Stiftung Warentest, Autokindersitze im stationären Fachhandel zu kaufen. Dort lassen sich Einbau, Handhabung und Passform direkt prüfen – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Online-Kauf. Wichtig: Sichere und komfortable Modelle sind bereits ab etwa 100 Euro erhältlich. Aktuelle Testergebnisse und Empfehlungen für alle Altersgruppen finden Eltern online unter www.test.de/kindersitze.