24.02.26 – BTE

Sehr angespannte Lage im Modehandel

Die Lage im deutschen Mode- und Schuhhandel bleibt angespannt: Nach Berechnungen des BTE lag der Gesamtumsatz im Bekleidungshandel 2025 bei 57,14 Mrd. Euro – ein nominales Plus von lediglich rund einem Prozent im Vorjahr. Real betrachtet entspricht das einer Stagnation.

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Der Umsatz des Handels mit Bekleidung hat sich 2025 insgesamt nur sehr schwach entwickelt. © BTE

 
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Als Hauptprobleme für die schlechte Entwicklung und Aussichten nennen die Händler den nach wie vor schwachen privaten Konsum. © BTE

 

Gewinner der Entwicklung waren erneut die Online-Pure-Player, während der stationäre Bekleidungsfachhandel auf Vorjahresniveau verharrte. Andere stationäre Vertriebsformen wie Warenhäuser mussten weitere Rückgänge hinnehmen. Besonders kritisch ist die Ertragslage: Laut aktueller BTE-Umfrage schrieb jeder zweite stationäre Bekleidungshändler operativ rote Zahlen, 18 Prozent verzeichneten sogar Verluste von fünf Prozent oder mehr. Noch gravierender stellt sich die Situation im Schuhhandel dar. Hier sank das Marktvolumen von 11,66 Mrd. Euro auf 11,48 Mrd. Euro (minus 1,5 Prozent). Stationäre Schuhfachgeschäfte verloren nahezu vier Prozent Umsatz. 67 Prozent der Händler arbeiteten mit negativem operativen Ergebnis, 37 Prozent lagen bei einem Minus von fünf Prozent oder schlechter.

„Das Jahr 2025 hat unseren Branchen einen weiteren herben Rückschlag beschert. Wenn durchschnittlich deutlich mehr als die Hälfte aller Bekleidungs- und Schuhhändler operative Verluste machen, dann ist das ein wahres Horrorszenario. Die Entwicklung ist wirklich dramatisch und wir müssen aufpassen, dass noch bestehende stationäre Handels- und Versorgungsstrukturen unserer Branchen nicht vollends wegbrechen. Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden!“, konstatiert BTE-Präsident Mark Rauschen, geschäftsführender Gesellschafter des Osnabrücker Modehauses L&T Lengermann & Trieschmann.

Stärkung der Kaufkraft

Auch die Erwartungen für 2026 bleiben verhalten. Nur rund 30 Prozent der Bekleidungshändler rechnen mit einem nennenswerten Umsatzplus, 34 Prozent befürchten weitere Rückgänge. Im Schuhhandel erwarten lediglich 16 Prozent ein leichtes Wachstum, während etwa ein Drittel von deutlichen Einbußen ausgeht. Als Hauptursachen nennen die Händler den schwachen privaten Konsum, hohe Kostenbelastungen, bürokratische Hürden sowie den massiven Wettbewerb durch asiatische Online-Plattformen wie Shein und Temu. Zudem leide der Handel unter einem anhaltenden Attraktivitätsverlust vieler Innenstädte. Vor diesem Hintergrund fordert der BTE von der Politik entschlossene Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft. „Was wir brauchen, ist ein Konsumschub, mit deutlichen Steuerentlastungen und weiteren Senkungen der Energiekosten für alle Menschen. Die Leute brauchen effektiv mehr Geld in ihren Portemonnaies, um es auch bei uns ohne große Sorgen und Überlegungen mit Freude ausgeben zu können. Wir leben in der Masse von der Mittelschicht und die muss vor allem entlastet bzw. gestärkt werden“, so Rauschen.

Abbau von Unternehmenshemmnissen durch Politik

Zugleich mahnt der Verband umfassende Entlastungen für Unternehmen an. „Seit Jahren tragen wir diese Forderungen nach Entlastungen unserer Branchen wie ein Mantra vor. Bisher ist bis auf viele Versprechungen wenig umgesetzt bzw. angegangen worden. Hier muss der Knoten endlich durchschlagen werden, damit unsere Unternehmen wieder mehr investieren und sich stärker engagieren können. Gerade wir als Mode- und Schuhhandelsbranche haben oft das Gefühl, dass uns die Politik ständig Knüppel zwischen die Beine wirft, anstatt uns in unserem Handeln zu unterstützen. Das muss sich ändern!“, ergänzt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

Kritisch sieht der Verband zudem die strengen regulatorischen Vorgaben für deutsche Händler, während gleichzeitig millionenfach Billigware über asiatische Plattformen nach Deutschland und in die EU gelange. Hier fordert der BTE ein konsequenteres Vorgehen auf nationaler und europäischer Ebene. Neben den politischen Appellen richtet der Verband aber auch klare Erwartungen an die eigene Branche: Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung und ein stärkeres Engagement in Werbe- und Citymarketinggemeinschaften seien unerlässlich, um die Attraktivität der Innenstädte aktiv mitzugestalten. Nur durch gemeinsames Handeln könne der stationäre Mode- und Schuhhandel langfristig stabilisiert werden.

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