28.04.26 – Stellungnahme von HDE und BTE
Stärkere Herstellermitsprache beim neuen Textilgesetz
Nach der Präsentation der Eckpunkte zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe haben HDE und BTE ihre gemeinsame Stellungnahme beim Bundesumweltministerium eingereicht. Die Verbände begrüßen den Entwurf, sehen jedoch weiteren Bedarf an praxisnahen Lösungen und Mitspracherechten für Hersteller.
Das Bundesumweltministerium hat ein Eckpunktepapier zur Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe vorgelegt. Darin wird skizziert, wie Hersteller künftig die Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien und Altschuhen tragen sollen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesfachverband BTE haben dazu ihre gemeinsame Stellungnahme eingereicht. Beide Verbände betonen die Notwendigkeit, Hersteller umfassend einzubeziehen und ihnen ausreichend Mitspracherechte einzuräumen.
Antje Gerstein, HDE-Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit, lobt die Richtung des Entwurfs: „Wir bewerten es sehr positiv, dass das Umweltministerium mit seinen Eckpunkten den Grundstein für eine bürokratiearme und praxisnahe Umsetzung gelegt hat.“ Sie hebt hervor, dass relevante Akteure frühzeitig einbezogen werden, sieht aber auch Luft nach oben: „Wenn die Unternehmen das System bezahlen, müssen sie auch zumindest einen gewissen Einfluss auf die Ausgestaltung haben.“
Auch BTE-Geschäftsführer Sönke Padberg fordert eine schlanke und faire Umsetzung. „Gerade im Bereich der Registrierung bietet es sich an, etablierte und gut funktionierende Systeme einzusetzen, die entsprechendes Know-how im Registrierungsprozess mitbringen. Außerdem sollte im weiteren Verfahren der EPR-Umsetzung auch darauf geachtet werden, dass einzelne Produktgruppen mit ihren besonderen Anforderungen gebührend berücksichtigt werden. Dies betrifft vor allem den Schuh- und den Heimtextilbereich. Dafür werden wir uns auch im weiteren Prozess stark machen. Besonders positiv bewerten wir den lösungsorientierten Input aller Beteiligten.“ Beide Verbände loben den konstruktiven Austausch und wollen sich weiterhin aktiv in den Prozess einbringen.



