Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

28.10.16 – Stiftung Warentest / ADAC

In hohem Bogen durchgefallen

Nachdem aktuell 16 ganz neue Autokindersitze genauestens geprüft wurden, finden sich in der Datenbank der Stiftung Warentest nunmehr 366 Modelle – und viel Licht und Schatten.

cybatonqisize.jpg

Die Babyschale Aton Q i-Size von Cybex ist für Kinder von 45 bis 75 cm Körpergröße gemacht.

 
zero1basic.jpg

Schützt Kinder bis 18 kg und lässt sich einfach handhaben: der RECARO Zero.1.

 

In guter alter Tradition untersuchen Stiftung Warentest und ADAC zweimal jährlich Autokindersitze und legen den Fokus dabei auf Sicherheit, Handhabung, Ergonomie sowie Schadstoffe bei den neuesten Modellen. Diese Ergebnisse fließen in eine teilweise kostenpflichtige Datenbank ein, die Berichte, Preise und Fotos von insgesamt 366 Autokindersitzen (seit 2009) enthält. In den jüngsten Test wurden auch fünf Sitze mit der neuen i-Size-Zulassung nach ECE-R 129 aufgenommen.

Die Gewinner

Am besten schnitt aktuell die Babyschale Aton Q i-Size (45 bis 75 cm Körpergröße) von Cybex ab, die das Gesamturteil „Gut“ bekam. Sie kann mit dem Fahrzeuggurt oder auch mit der Isofix-Basis Base Q i-Size im Auto befestigt werden und ist für Kinder bis zu einer Größe von 105 cm gemacht. Der RECARO Zero.1 für Kinder ab der Geburt bis zu einem Gewicht von 18 kg erzielte ebenfalls ein „gutes“ Ergebnis: Dieses Modell lässt sich um 360 Grad drehen und kann für ältere Kinder auch vorwärtsgerichtet verwendet werden. In der Gruppe von 9 bis 18 kg überzeugte der Phoenixfix 3 von kiddy: Für das Modell mit Fangkörper vergaben die Prüfer ein „Gut“. Als günstigster Sitz wurde übrigens der Nania BeFix SP (Osann) „gut“ getestet, eine Erhöhung mit Rückenlehne für Kinder von ca. drei bis zwölf Jahren (15 bis 36 kg). Nur ein bisschen teurer und ähnlich gebaut ist der ebenfalls „gute“ Hema Junior.

Die Verlierer

Drei Sitze fielen aktuell durch: Der nuna rebl (i-Size und Isofix; ab Geburt bis 19,5 kg bzw. 105 cm) war entgegen der Fahrtrichtung montiert und riss sich beim Aufprall von seinem Untergestell los; im Diono Radian 5 (gebaut nach ECE-R 44, ab Geburt bis 25 kg) konnte ein größeres Kind auch mit viel Kraftaufwand nicht sicher mit den Hosenträgergurten angeschnallt werden. Zudem stützt sich das Modell rückwärts gerichtet gegen die darauf nicht ausgelegte Rückenlehne des Pkw-Vordersitzes. „Mangelhaft“ schnitt auch der RECARO Optia (ca. 9 Monate bis 4,5 Jahre bzw. 9 bis 18 kg) ab, weil die Fanghaken seiner Basis RECARO fix versagten und der Sitz sich deshalb beim Frontalaufprall löste und in hohem Bogen nach vorne flog. „Ein Horrorszenario. Solch eine schwache Konstruktion bekommen unsere Prüfer selten zu sehen“, heißt es in der November-Ausgabe der test-Zeitschrift.

Kurz vor Veröffentlichung der Ergebnisse startete RECARO eine „freiwillige Austauschaktion“ für die Basis, die auch mit der Babyschale Privia angeboten wird, und stoppte den Verkauf des fehlerhaften Produkts. Abgewickelt wird das Ganze über die Website des Herstellers und über eine Hotline.

Grundsätzlich gilt: Kinder sollten so lange wie möglich rückwärtsgerichtet im Auto mitfahren (i-Size) und der Sitz muss nicht nur passen, sondern auch richtig befestigt sein. Gute Sitze, die ab Geburt bis zur Einschulung verwendet werden können, haben die Experten bislang nicht gefunden. Sie empfehlen daher, zunächst eine Babyschale zu nutzen und dann einen größeren Sitz anzuschaffen. Ab einer Größe von 1,50 m oder dem Alter von zwölf Jahren dürfen Kinder dann ohne speziellen Sitz im Auto mitfahren.