04.03.26 – Stiftung Warentest
Deutliche Sicherheitsmängel bei Kinderfahrrädern
Die Stiftung Warentest hat in ihrer März-Ausgabe elf Kinderfahrräder geprüft. Mit dabei Modelle bekannter Marken wie Puky, Cube und Bulls sowie Räder von Decathlon, Woom und weiteren Anbietern. Fünf fallen durch, nur eines überzeugt.
Die Preise der geprüften Fahrräder mit 14-Zoll-Felgen lagen zwischen 120 und 449 Euro und richteten sich an fünfjährige Fahranfänger. Das zentrale Ergebnis des Tests: Fünf von insgesamt elf geprüften Rädern fielen mit der Note „Mangelhaft“ durch. Besonders kritisch bewerteten die Testerinnen und Tester die Bremsanlagen. Vier Modelle wiesen gefährlich starke Vorderbremsen auf. Ziehen Kinder hier zu kräftig, kann das Vorderrad blockieren mit der Folge, dass sie über den Lenker stürzen. Im Labor zeigte sich, dass die Vorderbremsen der Modelle von Academy, Bachtenkirch, Bikestar und Cube die Normvorgaben für Kinderfahrräder teils deutlich überschreiten. Beim Modell von Dino Bikes zeigte sich das gegenteilige Problem: Hier war die Hinterbremse zu schwach. Zusätzlich brach im Belastungstest der Gabelschaft – ein gravierender Sicherheitsmangel.
Sattel mit Schadstoffen
Darüber hinaus fanden die Tester in den Sitzen von Academy, Bulls, Cube und Puky hohe Mengen Benzo(ghi)perylen, ein Stoff, der unter anderem erbgutverändernd wirkt. Die Gehalte lagen allerdings unter den Grenzwerten des GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit. Der Bikestar-Sattel enthielt hohe Mengen des Weichmachers DPHP, auch das führte zur Note „Ausreichend“. Laut Testbericht reagierten die Anbieter sehr unterschiedlich auf die festgestellten Mängel. Während einige kundenfreundliche Lösungen wie z. B. Hilfe beim Umbau oder eine individuelle Überprüfung anboten, verweigerten andere jegliche Maßnahmen.
Darauf sollten Eltern beim Kauf achten
Neben der Sicherheit spielten im Test auch Handhabung, Haltbarkeit und Ergonomie eine wichtige Rolle. Die Stiftung Warentest empfiehlt Eltern insbesondere:
Passende Sattelhöhe: Sie muss zur Beinlänge des Kindes passen. Manche Räder bieten nur wenige Zentimeter Spielraum zum Mitwachsen, andere deutlich mehr.
Geringes Gewicht: Leichte Fahrräder erleichtern Kindern das Anfahren, Bremsen und Manövrieren erheblich.
Keine Stützräder: Von Stützrädern raten die Testerinnen und Tester ab, da sie das Erlernen des Gleichgewichts eher behindern.



