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12.07.16 – i-Size

„Auf Herz und Nieren geprüft“

Oliver Mecky, Geschäftsführer der Joie GmbH, spricht im Interview mit baby&junior über die Umsetzung der neuen i-Size-Norm und schildert, auf welchen Wegen das Unternehmen den Fachhandel informiert.

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Die Sitze von Joie werden in einer hausinternen Test-Anlage auf ihre Sicherheit geprüft. 

 
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Oliver Mecky ist Geschäftsführer der Joie GmbH. 

 

baby&junior: Wie viel Geld und Zeit hat Joie bisher in die Entwicklung seiner i-Size-Sitze gesteckt?
  
Oliver Mecky: „Die Ansätze der neuen ECE-R 129 Norm (allgemein auch unter dem Begriff i-Size bekannt), Kindersitze nach der Größe der Kinder einzuteilen, deren Vorgaben zum Seitenaufprallschutz sowie das vorgeschriebene rückwärtsgerichtete Fahren bis 15 Monate, finden wir absolut sinnvoll, da so die größtmögliche Sicherheit des Kindes gewährleistet werden kann. Daher hatte i-Size bei uns schon sehr früh einen hohen Stellenwert und hat dementsprechend auch einen hohen Entwicklungs- und Zeitaufwand mit sich gebracht. Gleichzeitig waren wir dadurch jedoch auch als einer der ersten Anbieter mit einem i-Size Sitz am Markt vertreten.“
   
baby&junior: Wie hat Joie die Sicherheit der i-Size-Sitze getestet?
  
Oliver Mecky: „Joie, als Teil der Wonderland-Gruppe, verfügt über eine interne Crashtest-Anlage nach dem neuesten Stand der Technik, in der unsere Kindersitze auf Herz und Nieren geprüft werden. Während der Entwicklungsphase werden all unsere Neuprojekte sowohl virtuellen als auch physischen Simulationen unterzogen, um auch den kleinsten Passagieren im Auto im Falle des Falles den besten Schutz zu gewähren. Extern arbeiten wir außerdem mit europäischen Zulassungsinstituten sowie den Experten des ADAC, ÖAMTC und TCS zusammen.“
     
baby&junior: Wie bereiten Sie die Händler auf Ihr i-Size-Programm vor?
  
Oliver Mecky: „Wir sind uns durchaus bewusst, dass die Differenzierung zwischen den beiden Normen für Endverbraucher, aber auch für Händler eine Herausforderung darstellt. Daher haben wir bereits früh damit begonnen, alle relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen. Wir haben unter anderem eine Informations-Kampagne mit dem Titel „Ask for i-Size“ gestartet, die auf eine eigens entwickelte Website verweist, auf der alle Informationen rund ums Thema i-Size enthalten sind.
Auch intern legen wir großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter bestens informiert sind. So wurde zum Beispiel unser Außendienst intensiv zum Thema ECE-R 129 geschult und führt inzwischen auch Produktschulungen mit den Händlern durch, bei denen sie ihr i-Size Know-how weitergeben.Außerdem unterstützen wir aktiv die „Aktion Autokindersitz“ des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels, die die Fachverkäufer im Einzelhandel regelmäßig zur Sicherheit von Produkten – darunter natürlich auch die neuen i-Size Sitze – und ihrer richtigen Verwendung weiterbildet.“
   
baby&junior: Was macht Joie mit den nach ECE-R 44 zugelassenen Sitzen, wenn ECE-R 129 zur verpflichtenden Norm wird? Nimmt Joie nicht abverkaufte Sitze nach ECE-R 44-Norm von Händlern zurück?
   
Oliver Mecky: „Nach dem heutigen Stand können neue Kindersitze ab 2018 nicht mehr nach ECE-R 44/04 zugelassen werden. Für den Verkauf der bis dahin zugelassenen Sitze sowie der Nutzung dieser wird es eine Übergangsfrist geben. Mit dem Inkrafttreten der ECE-R 129 werden die „alten“, nach ECE-R 44/04 zugelassenen Sitze nicht weniger sicher. Auch diese Produkte wurden ausgiebigen Tests unterzogen und erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen. Daher gibt es keinen Grund, die nach ECE-R 44/04 zugelassenen Sitze vom Markt zu nehmen.“

baby&junior: Liegen die i-Size-Sitze im Einkauf preislich höher als die ECE-R 44-Sitze?
Oliver Mecky: „Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Kurzfristig gesehen werden die Preise für i-Size-Produkte aufgrund des höheren Entwicklungsaufwandes sowie neuer Technologien und Materialien, die zum Einsatz kommen, höher ausfallen. Bei Anbietern, deren Produkte schon heute über die Sicherheitsanforderungen der ECE-R 44/04 hinaus reichen, fällt dieser Entwicklungsaufwand natürlich entsprechend geringer aus. Mittel- bis langfristig gesehen sollten sich die Preise für ECE-R 44/04- und i-Size-Sitze jedoch angleichen – vorausgesetzt, sie sind in Sachen Sicherheit und Ausstattung miteinander vergleichbar.“ (tk)