15.01.26 – Interview mit Chrisitan Storath, CEO der CS Kida Fashion Consulting

„Wir müssen unsere Partner ganzheitlich begleiten“

Wie gelingt es einem traditionsreichen Familienunternehmen aus der Toskana, im internationalen Kindermodemarkt neue Maßstäbe zu setzen? Im Interview erläutert Christian Storath, wie Miniconf u. a. mit einem 360-Grad-Service für Händler weiter wächst.

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Christian Storath © Christian Storath

 
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Sarabanda präsentiert sich mit Liebe zum Detail und einem Fokus auf festliche Anlässe. © Sarabanda

 
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baby&junior: Herr Storath, Miniconf hat sich in den vergangenen Jahren vor allem in der internationalen Ausrichtung weiterentwickelt. Welche strategischen Schritte waren für diese Entwicklung am entscheidendsten, und wie haben Sie die Position des Unternehmens im europäischen Markt beeinflusst?

Christian Storath: „Miniconf ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Unternehmen. Seit über 50 Jahren wird es in der Toskana familiengeführt – diese Kontinuität und die Unternehmenskultur spiegeln sich in jedem Produkt wider. Gleichzeitig ist Miniconf heute ein international agierender Anbieter im moderat bepreisten, modischen Kindermodesegment. Auch wenn unser Kernmarkt weiterhin Italien ist, war die klare strategische Ausrichtung auf Deutschland und Österreich ein entscheidender Schritt. Beide Märkte sind anspruchsvoll, aber sie bieten enormes Potenzial für Marken wie Sarabanda und iDO, die modische Aktualität, Qualität und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis verbinden. Für den Erfolg war vor allem ein Punkt zentral: der systematische Aufbau einer stabilen Vertriebsstruktur. Mit Annemone Engert-Leuchter haben wir eine hochkompetente Agentur in Düsseldorf an unserer Seite, die Sarabanda und Minibanda im Fachhandel hervorragend positioniert. Für iDO verantworte derzeit ich selbst den Vertrieb, bis wir den passenden Partner für diese Marke gefunden haben. Diese klare Aufteilung gewährleistet eine kontinuierliche Betreuung und eine deutliche Verbesserung der Servicequalität in Deutschland und Österreich.

Parallel dazu haben wir unsere Markenpräsenz intensiviert – durch Messeauftritte, eine stärkere Pressearbeit sowie den konsequenten Ausbau unserer Social-Media-Aktivitäten. In Summe hat dies dazu geführt, dass Miniconf heute im Fachhandel wie auch online wesentlich sichtbarer und relevanter ist. Trotz der aktuell volatilen Marktsituation zeigt sich, dass unsere Marken genau das bieten, was Familien im deutschsprachigen Raum suchen. Des Weiteren freuen wir uns, dass wir einen Flagship-Store mit den Marken Sarabanda und Minibanda in der Schweiz in dem wunderschönen Skiort Crans-Montana eröffnen werden.“

baby&junior: Miniconf vereint mit Marken wie iDO, iDOmini, sowie Sarabanda und Minibanda unterschiedliche Stilwelten und Zielgruppen. Welche Rolle spielt diese Markenvielfalt für den Erfolg im deutschsprachigen Markt? Christian Storath: „Unsere Markenvielfalt ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den deutschsprachigen Markt – nicht zuletzt, weil sich iDO und Sarabanda klar voneinander abgrenzen und dadurch unterschiedliche Kundenbedürfnisse präzise bedienen. iDO ist eine trendige und moderne Marke für lebendige Kinder. Die Kollektion deckt alle Alltagsanlässe ab und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. iDO kleidet Kinder von 0 bis 16 Jahren mit einem besonderen Fokus auf Newborn mit der iDOmini-Kollektion, die Komfort und Stil für die Jüngsten garantiert. Sarabanda hingegen präsentiert sich modischer und schicker, mit Liebe zum Detail und einem Fokus auf festliche Anlässe – ohne dabei die Alltagstauglichkeit zu vernachlässigen. Alle Modelle lassen sich leicht kombinieren und sind so gestaltet, dass jeder Anlass etwas Besonderes wird. Beide Brands bieten langlebige und hochwertige Modelle, entworfen von einem hauseigenen Team italienischer Stylisten, die internationale Modetrends analysieren, interpretieren und sie an die Bedürfnisse von Kindern anpassen. Minibanda ist eine zeitlose Marke, die schon auf den ersten Blick begeistert. Die Minibanda-Kollektion, die Kinder von 0 bis 36 Monate einkleidet, zeichnet sich durch Qualität und Raffinesse aus. Im Teen-Segment setzen wir auf eine deutlich junge, trendaffine Designsprache. Die Mini-me-Ansätze kommen im Markt hervorragend an, weil sie sowohl den Kids gefallen als auch Kaufimpulse bei den Eltern erzeugen. Besonders stark ist Miniconf im Festtagsbereich aufgestellt. Italien ist in diesem Segment modisch ein echter Benchmark, was sich sowohl in Materialwahl als auch in der Verarbeitung widerspiegelt. Diese Diversifikation kommt dem Fachhandel klar zugute: Händler können ihre Fläche präziser strukturieren, mehrere Zielgruppen gleichzeitig abdecken und sowohl preis- als auch stilseitig breiter auftreten. Das wird von unseren Partnern in Deutschland und Österreich sehr geschätzt und aktiv genutzt.“

baby&junior: Stichwort Frequenzrückgang, stärkere Sortimentsprofilierung und Digitalisierung: Der Kindermodehandel befindet sich im Wandel. Wie unterstützt Miniconf seine Handelspartner dabei, sich in diesem Umfeld erfolgreich aufzustellen, und welche Services werden besonders nachgefragt?

Christian Storath: „Der Kindermodehandel befindet sich im tiefgreifenden Wandel – Frequenzrückgänge, eine veränderte Sortimentslogik und die zunehmende Digitalisierung stellen viele Händler vor große Herausforderungen. Für uns bei Miniconf bedeutet das: Wir müssen unsere Partner ganzheitlich begleiten. Genau dieses 360-Grad-Verständnis ist ein wesentlicher Teil unseres Erfolgs. Ein entscheidender Hebel gegen sinkende Frequenzen ist die kontinuierliche Erneuerung des Warenbildes. Deshalb bieten wir eine große Vielfalt an Farbwelten, Themen und Stories innerhalb der Kollektionen. Unsere Partner können dadurch Schaufenster und Verkaufsflächen regelmäßig neu inszenieren – ein enormer Vorteil, denn nichts wirkt auf Endverbraucher abschreckender als ein unverändertes Erscheinungsbild beim nächsten Besuch. Zudem unterstützen wir lokale Marketingaktionen wie Jubiläen, Kinderschminken, Tombolas, Mini-Fashionshows oder Social-Media-Events. Alles, was Familien motiviert, berührt oder begeistert, verstärkt die Bindung zur Marke und erhöht die Frequenz beim Kunden. Bei der Sortimentsprofilierung spielt der „Lifestyle“-Gedanke eine immer größere Rolle. Unsere Marken bieten hier ein breites Portfolio: Im Newborn-Segment überzeugen wir mit vielfältigen Ausstattungslinien wie Decken, Schlafsäcken oder Kinderwagen-Outfits. Bei den Teens ergänzen wir Bekleidung durch Taschen, Accessoires und Schmuck. Diese Variantenvielfalt gibt dem Kunden das Gefühl, sich bei uns vollständig und für jede Lebenssituation einkleiden zu können – ein klarer Mehrwert für den Fachhandel. Auch im Bereich Digitalisierung möchten wir Partner aktiv stärken. Viele unserer Händler – stationär wie digital – generieren heute zusätzliche Frequenz über Social Media und Onlinevertrieb. Mit unserem anwenderfreundlichen B2B-Portal stellen wir dafür umfangreiche Inhalte bereit: Freisteller, Kampagnenbilder, Videos, saisonale Shoots sowie monatliche Posting-Vorschläge mit konkreten Botschaften zu Anlässen wie Ostern, Back-to-School, Black Friday oder Weihnachten. Diese Unterstützung wird stark nachgefragt, weil sie praxisnah, zeitsparend und sofort einsetzbar ist. Kurz gesagt: Miniconf lässt seine Partner nicht allein. Wir begleiten sie mit echter Hands-on-Unterstützung – im stationären Fachhandel, im digitalen Wholesale und im Marketing. Genau das macht uns im aktuellen Marktumfeld so erfolgreich.“

baby&junior: Welche Neuheiten erwarten uns für die Saison 2026 bei Miniconf und auf welchen Messen werden sie zu sehen sein?

Christian Storath: „Neuheiten sind immer ein spannender Blick in die Zukunft – und für die Saison AW 2026 können wir bei Miniconf tatsächlich von einem kreativen Feuerwerk sprechen. Bei Sarabanda und iDO explodieren regelrecht neue Ideen und Designs. Besonders im Fokus stehen weiche, komfortable Materialien wie Teddy, Fleece und hochwertige Strickqualitäten. Cord und Samt zeigen sich überraschend modern, während Stepp- und Puffer-Elemente in Jacken und Westen für funktionale Winterlooks sorgen. Die Silhouetten werden lässiger: Jogger, Sweat-Sets, Worker- und Baggy-Styles setzen starke Statements – mit großen Taschen, robusten Nähten und einer klaren Streetwear-Attitüde. Ergänzt wird das Ganze durch Patchwork-Themen, Retro-Einflüsse und zeitlose, reduzierte Unisex-Styles. Farblich bewegen wir uns in warmen Rot- und Naturtönen wie Karamell, Camel und Mocha. Kurz gesagt: AW 2026 ist vielseitig, wandelbar und perfekt auf die Bedürfnisse moderner Familien ausgerichtet. Für uns ist wichtig, dass diese Neuheiten sowohl im stationären Fachhandel als auch im digitalen Wholesale funktionieren. Die Kollektionen sind so konzipiert, dass sie hohe Sichtbarkeit erzeugen – im Laden ebenso wie auf digitalen Plattformen. Damit unsere Partner die neuen Linien frühzeitig erleben können, setzen wir 2026 bewusst auf eine starke Präsenz: Sie finden uns im Januar auf der 4-Kidz in Neuss, sowie auf der internationalen Leitmesse für Kindermode, der 102. Pitti Bimbo, gefolgt von der Supreme Kids in München. Die Kindermode Nord in Hamburg ist ebenfalls in Planung. Zusätzlich bereiten wir einen Showroom-Termin in München vor – zeitlich direkt vor oder nach der Supreme Kids – um noch mehr Raum für individuelle Beratung zu schaffen. Wir investieren in Sichtbarkeit, Austausch und Partnerschaft. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht der Handel starke Impulse und starke Partner – und genau das wollen wir bieten.“