11.08.26 – Stiftung Warentest
Vier Kinderwagen überzeugen
Besser als im Vorjahr fällt der aktuelle Kinderwagentest aus. Die Stiftung Warentest gab für vier von zwölf Modellen mit Liegewanne und Sitz die Bewertung „gut“. Gleichzeitig fallen vier Modelle wegen Schadstoffen durch, und einige Designs passen schlicht nicht zur kindgerechten Nutzung.
Im aktuellen Kinderwagen-Test der Stiftung Warentest erreichen vier von zwölf geprüften Modellen das Qualitätsurteil „gut“ und liegen damit über dem Niveau des Tests von 2025, als die besten Wagen nur „befriedigend“ abschnitten. Die gut bewerteten Modelle kommen ohne problematische Schadstoffbelastungen aus, sind kleinkindsicher gestaltet und bieten Liegewannen sowie Sitze, die für unterschiedlich große Kinder geeignet und in der Regel bequem sind. Kritisch bleibt jedoch, dass weiterhin Kinderwagen verkauft werden, in denen Babys und Kleinkinder nicht durchgängig kindgerecht liegen oder sitzen können.
Getestet wurden neun Kombikinderwagen für ein Kind sowie drei Modelle für zwei Kinder, jeweils mit Liegewanne und Sitzeinheit. Testsieger unter den Einsitzern ist der „Rio“ von Britax Römer: Er hat als einziger eine „sehr gute“ Liegewanne, punktet zudem mit sehr guter Luftzirkulation und einem lange nutzbaren Sitz. Dahinter folgen Joolz mit dem „Hub2“ und Maxi-Cosis „Oxford+“, beide mit Note 2,4 als Gesamturteil. Als preisgünstigere Alternative liegt knappt dahinter der Hauck „Move N Care“ mit Note 2,5.
Deutlich schwächer fällt das Feld der Zweisitzer aus: Keines der Modelle für zwei Kinder ist besser als befriedigend. Komfortprobleme, Auffälligkeiten in der Sicherheitsprüfung oder Schadstoffe verhindern bessere Ergebnisse. Am besten schneidet hier noch der TFK „Duo“ ab (Note 3,1).
Schadstoffe und Ergonomie bleiben Problemfelder
Ein Schwerpunkt der Kritik betrifft Schadstoffe: Vier Modelle fallen in dieser Disziplin durch, darunter auch hochpreisige Varianten. In zwei Kinderwagen wurden Phthalat-Weichmacher oberhalb gesetzlicher Grenzwerte nachgewiesen wie z. B. Diethylhexylphthalat (DEHP), das unter anderem die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Im „BabyOne Little One Kodiak“ (Note 5,2) steckte der Schadstoff im Sitzbügel, in den Zweisitzern von Baby Jogger im mitgetesteten Wetterschutz (Note 5,0).
Zusätzlich bemängeln die Tester Belastungen mit PFAS („Ewigkeitschemikalien“) in Bezügen: Zwar sei das Risiko für Kinder im Wagen teils gering, doch könnten die Stoffe während Produktion, Waschen oder Entsorgung in die Umwelt gelangen und über Trinkwasser oder Lebensmittel wieder zum Menschen zurückkehren.
Dr. Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest, sagt dazu: „Ich bin erstaunt, dass wir wieder in mehreren Kinderwagen bedenkliche Weichmacher und umweltschädliche PFAS gefunden haben. Schließlich sind sie schon seit Jahren verboten. Da müssen die Anbieter dringend nachbessern.“
Weitere Bewertungsabzüge gab es für Platzmangel. Laut Messungen reicht die Alterseignung beim „Stokke Yoyo3“ nur ungefähr bis vier Monate in der Liegewanne und im Sitz bis etwa 18 Monate – deutlich kürzer als bei vielen Konkurrenzmodellen, die den Sitz bis rund vier Jahre auslegen. Manche Wagen beengen Babys in der Liegewanne schon nach wenigen Monaten, obwohl sie noch nicht bereit für den Wechsel in den Sitz sind. So entsteht eine Lücke, in der der Kinderwagen aus ergonomischer Sicht kaum nutzbar ist.




