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04.07.17 – Insolvenzverfahren

Takata-Pleite: Europa außen vor

In Japan und in den USA hat der japanische Airbag-Hersteller Takata Insolvenz angemeldet – die deutsche Autokindersitz-Sparte des Unternehmens bleibt davon weitgehend unbehelligt.

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Die Takata-Teilkonzerne in Europa sollen von einer der größten Insolvenzen in Japans Wirtschaftsgeschichte unbeeinträchtigt bleiben. © Takata

 

Für Takata in Europa, im Mittleren Osten und in Afrika (EMEA) seien keine direkten negativen Auswirkungen der Insolvenz in Japan und Amerika zu erwarten, schreibt das Unternehmen in einem Brief an seine Geschäftspartner. Es sei nicht geplant, weitere Insolvenzverfahren einzuleiten. „Die Takata-Gruppe ist unterteilt in rechtlich unabhängige Teilkonzerne in Japan, Asien, Nord- und Südamerika sowie EMEA (Europe, Middle East und Africa)“, informiert auch Hering Schuppener Consulting aus Düsseldorf im Auftrag des Unternehmens: „Takata EMEA agiert eigenständig und ist finanziell unabhängig von anderen Regionen. Takata EMEA verfügt weiterhin über eine solide finanzielle Basis. Die Gesellschaften stehen auf einem starken Fundament mit guten und verlässlichen Kundenbeziehungen.“

Alleine an den unterfränkischen Standorten Aschaffenburg und Bad Kissingen arbeiten rund 2.000 Menschen für den Konzern. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, äußerte sich der Aschaffenburger IG Metall-Bevollmächtigte Percy Scheidler bereits Mitte Juni „zweckoptimistisch, dass der Standort in Aschaffenburg nicht geschlossen wird“. Schließlich gewännen einzig die europäischen Takata-Niederlassungen im Neugeschäft und der Investor habe ein „gewisses Interesse“, die Werke fortzuführen. Ohne Unterbrechung weiterlaufen sollen auch die weltweite Geschäftstätigkeit, der Vertrieb an Kunden und nicht zuletzt die Lieferung von Ersatz-Gasgeneratoren für die gegenwärtigen Airbag-Rückrufe.

 

Ursachen und Folgen

Rechtsstreitigkeiten um fehlerhafte Airbags und die Kosten von Rückrufaktionen hatten zur Takata-Pleite geführt, die als eine der größten Insolvenzen in Japans Wirtschaftsgeschichte gilt. Im Zuge des Verfahrens wird das Unternehmen laut Zeit online für umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro an den US-Autoteile-Produzenten Key Safety Systems verkauft, der einen chinesischen Eigentümer hat; nicht nur für den Mutterkonzern in Tokio, sondern auch für die US-Tochter TK Holdings wurde Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte Takata krimininelle Vergehen zugegeben und im Zuge eines Vergleichs mit der amerikanischen Justiz eingewilligt, Strafen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zu zahlen. Drei Takata-Manager sind angeklagt, mit manipulierten Testergebnissen bewusst die Risiken mangelhafter Airbags verschleiert zu haben. Weltweit sollen mindestens 16 Menschen gestorben sein, weil Takata-Airbags bei Unfällen zu stark auslösten.