Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

10.05.14

Social Consuming: Verantwortungsvolle Verbraucher

Kaufen und konsumieren um jeden Preis ist nicht mehr zeitgemäß. Dafür gewinnt „Social Consuming“ immer mehr Anhänger.

Der CSR-Tracker zeigt die Nutzungsbarrieren von Kon-sumenten bezüglich Social Consuming-Angeboten.

Der CSR-Tracker zeigt die Nutzungsbarrieren von Kon-sumenten bezüglich Social Consuming-Angeboten.

 
Jonas Groten, Junior Projektmanager am IFH Köln.

Jonas Groten, Junior Projektmanager am IFH Köln.

 
Alle Bilder anzeigen

Bei Social Consuming werden Güter und Dienstleistungen unter den Konsumenten verliehen, getauscht oder vermietet – über alle Branchen hinweg. Das Konzept ist zukunftsträchtig und führt nicht unbedingt zu einem Konsumrückgang, wie das Institut für Handelsforschung (IFH) bestätigt.

Laut aktuellem CSR-Tracker (ein Messinstrument zur Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility) des Instituts kann sich rund jeder zweite deutsche Verbraucher sehr gut vorstellen kann, in Zukunft Produkte mit anderen zu teilen. Oder er greift selbst auf Sharing-Angebote zurück – auch wenn er momentan solche Angebote noch nicht nutzt.

Gemeinsame Nutzung

Jonas Groten, Junior Projektmanager am IFH Köln, sieht im Teilen viele Vorteile: „Social Consuming befriedigt vor allem das Verlangen jüngerer Verbraucher nach verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und alternativem Nutzungsverhalten. Der ökologische Nutzen der neuen Modelle steht dabei oft im Vordergrund.“ Werden Autos gemeinsam gefahren, reduziert sich laut Groten der generelle CO2-Ausstoss; der Tausch ausrangierter Kleider steuere der fallenden Wertschätzung von Textilien entgegen.

Kritiker, die einen Konsumrückgang durch das Teilen befürchten, kann Jonas Groten beruhigen. Social Consuming bedeute eher eine Verlagerung des Konsums: „Durch geteilten Konsum eingespartes Geld kann anderswo ausgegeben werden und führt infolgedessen nicht automatisch zu geringerem Konsumverhalten.“

Verlagerung statt Rückgang

Auch Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln, sieht im Teilen nicht zwangsläufig weniger Konsum, sondern nur eine Veränderung seiner Art: „Angebote, die bequem und flexibel nutzbar sind, werden sich in absehbarer Zeit – zumindest in Ballungsgebieten – weiter verbreiten. Unternehmen, die auf dieses geänderte Konsumverhalten mit passenden Konzepten reagieren, können sich dies zunutze machen und trotzdem Geld verdienen.“

Umdenken nötig

Die Konsumenten reagieren zum Teil aber auch skeptisch: Etwa 42 % der befragten Verbraucher nutzen Angebote dieser Art nicht und können sich dies auch zukünftig nicht vorstellen. Rund 46 % der Befragten ist das Teilen zu unflexibel oder zu umständlich; 43 % finden private bzw. eigene Lösungen bequemer.

Nicht jeder mag sein gewohntes Nutzungsverhalten umstellen. Jonas Groten erklärt warum: „Wer beim Kleidertausch hygienische Bedenken hat, wird sich mit einem Modell des Kleidertauschs genauso wenig anfreunden können wie der Autofahrer, der den Vorteil eines täglich vor dem Haus geparkten Wagens nicht missen will.“ Eine große Rolle für die Etablierung des Social Consuming spiele die Praktikabilität der einzelnen Angebote.

www.ifhkoeln.de