21.10.26 – ADAC
Kindersitztest Herbst 2026
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest und weiteren europäischen Testpartnern den zweiten Kindersitztest des Jahres 2026 durchgeführt. Sieben Modelle erhielten das Urteil „gut“, fünf „befriedigend“, zwei „ausreichend“ und zwei „mangelhaft“.
Geprüft wurden 16 Babyschalen und Kindersitze mit einer Preisspanne von 65 bis 570 Euro in den Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffe und Umweltschadstoffe. Den Testsieg holte die Babyschale „Maxi-Cosi Coral Slide Pro“ mit der Isofix-Station „FamilyFix Slide Pro“ mit der Gesamtnote 2,1. Sie ist für Körpergrößen von 40 bis 87 cm zugelassen. Dicht dahinter liegen „Cybex Cloud G3“ mit „Base G3“ sowie „Joie i-Gemm 3“ mit „i-Base Encore“, jeweils mit der Note 2,2. Für Kleinkinder überzeugte der „Recaro Toron 1“ mit der Note 2,3. Eine Besonderheit ist der „Maxi-Cosi MobiFix Pro“: Er ist der einzige Sitz im Test für Kinder bis sechs Jahre mit guter Gesamtbewertung, muss aber entgegen der Fahrtrichtung genutzt werden.
Britax und Axkid fallen durch
Zwei Modelle erhielten das Urteil „mangelhaft“. Die Babyschale „Britax Römer Baby-Safe Pro“ mit „Vario Base 5Z“ versagte beim Frontalcrash in der Liegeposition: Das Gurtschloss des Hosenträgergurts öffnete sich, der Dummy wurde aus der Schale geschleudert. Der Hersteller hat einen freiwilligen Rückruf für Babyschalen mit Isofix-Basis angekündigt, betroffen sind Herstellungsdaten vom 26. Dezember 2025 bis 30. September 2026. Der ADAC rät Eltern, die den Sitz bereits besitzen, ihn nur in aufrechter Position zu verwenden oder die Schale ohne Basis mit dem Dreipunktgurt zu sichern. Auch der „Axkid Minikid Core“ (Note 5,5) fiel durch. Beim Frontalcrash brach die Schalenkonstruktion im Bereich des Gurtschlosses, das Gurtschloss riss aus der Schale. Zudem wurden im Bezugsstoff Flammschutzmittel nachgewiesen, die im Verdacht stehen, Krebs zu begünstigen. Axkid hat den Verkauf eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet. Besitzer können den Sitz kostenlos gegen einen „Axkid Minikid 4 Pro“ tauschen.
Nur ein Sitz ist völlig schadstofffrei
Unter allen Sitzen wies nur der „Britax Römer Babysafe Pro“ keine schädlichen Stoffe nach. In den meisten anderen Fällen fanden die Tester nur geringfügige Spuren bestimmter Chemikalien. Auffällig war der „Avionaut Aerofix Smart“ mit „IQ Orbit“: Hier war die Konzentration der sogenannten PFAS erhöht, die sich in der Natur kaum abbauen und in den Nahrungskreislauf gelangen können. Beim „Lionelo“ lag der Wert einer krebsverdächtigen Substanz noch innerhalb des Grenzwerts, beim Axkid deutlich darüber. Seit 2025 prüft der ADAC die PFAS-Belastung in den Textilien in einer eigenen Kategorie. Eine Bewertung schlechter als „gut“ führt zur Abwertung im Gesamturteil.
Warnung vor Onlineplattformen
Erstmals prüfte der ADAC im Zusatztest drei Kindersitze, die über Onlineplattformen außerhalb Europas bestellt wurden. Kein Modell erfüllte die Anforderungen. Zwei Sitze hatten keine UN-R129-Zulassung und dürfen nicht zur Sicherung von Kindern verwendet werden. Auch zwei Gurtsysteme aus Stoff, die als Auflage am Autositz befestigt werden, sowie ein Sitz ohne Markennamen mit Zulassungsaufkleber werden nicht empfohlen. Beim seitlichen Crash bot der unbekannte Sitz dem Kopf des Kindes kaum Schutz.




