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31.01.17 – Interview mit Ulrike Charlotte Martin, Messeleitung JOT Juniormode

„Die neue Opulenz“

Ulrike Charlotte Martin ist als Messeleiterin der JOT Juniormode immer im Einsatz. Welche modischen Schwerpunkte der Handel in der kommenden Saison 2017/18 erwarten darf und was sie mit der Messe künftig vorhat, hat sie baby&junior im Interview erzählt.

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Ulrike Charlotte Martin, Messeleiterin der JOT Juniormode, ist stolz auf die Vielfalt, die die Messe im Verlauf der letzten Jahre entwickelt hat.

 
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In neuer Vertretung mit Birgitte Stilhoff-Müller ist die skandinavische Marke Fixoni als Aussteller auf der JOT Juniormode wieder mit dabei. Foto: Fixoni

 

baby&junior: Was sind Themen und Trends der kommenden Herbst/Winter-Saison?
   
Ulrike Charlotte Martin: „Es gibt wie auch in der HAKA/DOB verschiedene Themenbereiche: vom edlen Brit-Chic bis zum sportlichen Street Style. Wichtig ist die Qualität: Hochwertige Materialien und ihre aufwendige Verarbeitung spielen eine große Rolle. Naturtöne sind hier die „Tonangeber“, wobei z. B. Bondi dieses royale Sujet aufnimmt, indem es edles Offwhite, Deep Rose und warmes Grau zu modischen Web-Kleidern in Schwarz mit edlen Kupfernähten und Netz-Details kombiniert. Mädchen dürfen sich über Stern- und Strass-Applikationen freuen, um von dem Prinzessinnen-Dasein aus dem Märchen nicht nur zu träumen. Interessant finde ich persönlich zum Beispiel das Zusammenführen vermeintlicher Gegensätze wie z. B. in der Kollektion von GGL/ Sanetta_Milano, bei der die neue Opulenz auf lässigen Streetstyle trifft. Sicherlich liegen aber Tierprints von Hund bis Dino oder Motive mit Feuerwehrautos bis zur Formel immer im Fokus der Kinder. Als Mama zweier Buben finde ich den ökologischen Aspekt in der Mode extrem wichtig; hier bieten auf der Messe die Agentur Hesselbarth, Kidzwear mit Bellybutton, loud + proud, Ava Organics sowie die Agentur ES tolle Fair Trade-Marken in modischem Style an, gleichzeitig so bequem, um größtmögliche Freiheit für uneingeschränktes Spielen zu bieten.“
     
baby&junior: Welche Neuaussteller kommen nach Salzburg?
     
Ulrike Charlotte Martin: „Im Februar können wir einige neue Marken in Salzburg begrüßen: Birgitte Stilhoff-Müller kommt mit ihren Nordic Labels wie Fixoni, small rags und enfant. Auch das neu gegründete Label Ava Organics setzt auf Nachhaltigkeit, so wie das Label loud + proud, das für laute Kinder und stolze Eltern steht und den Einkäufern auf der JOT eine frische und erschwingliche Alternative bieten möchte. Das Start-up Sticklett von Michaela Schicho besticht durch innovative Kinderbekleidung mit abnehmbaren Applikationen. Nachdem Österreich unseren Hauptmarkt darstellt, finden sich vor allem deutschsprachige Agenten mit nationalen und internationalen Brands auf der JOT. Ich bin stolz darauf, wie verschiedenartig sich das Portfolio der Messe in den letzten Jahren aufgestellt hat, so dass jeder Einzelhändler seinen speziellen Mix bei uns finden kann.“
   
baby&junior: Welche Ziele wollen Sie mit der JOT Juniormode im nächsten Jahr erreicht haben? Wie wollen Sie das umsetzen?
      
Ulrike Charlotte Martin: „Gespräche gibt es mit Marken im höherpreisigen Segment. Es wäre für Aussteller und Kunden fruchtbar, wenn wir hier expandieren würden. Mein Ziel wäre es auch, dass mehr Streetwear- und Jeanslabel aus dem Moderesort Bergheim unsere Plattform nutzen; gerne würde ich die Messe auch im Spielwaren- und Hartwaren-Bereich wachsen sehen; hier gibt es schon einige Gespräche. All diese Zusammenführungsarbeit geschieht natürlich nicht von einer Saison auf die nächste. Es bleibt also extrem spannend.“
     
baby&junior: Wie wichtig sind Messen in Zeiten der digitalen Kommunikation?
    
Ulrike Charlotte Martin: „Die digitale Kommunikation ist ein nützlicher und extrem schneller Verbreitungskanal. Zwar kann diese in vielen Bereichen die Effizienz erhöhen, aber eben keine haptischen bzw. lebensechten Eindrücke der Mode vermitteln. Dazu braucht es die Kennerschaft der Einzelhändler, um eine Vorauswahl zu treffen. Ich bin überzeugt, dass die Kundenbindung immer noch und gerade in der anonymer werdenden Zeit ein elementares Werkzeug bietet, sich seiner USP bewusst zu werden. Jeder nutzt diesen Vorteil sicher anders. Aber gerade bei den heutigen, gut informierten Kunden sollte man sich diesen nicht nehmen lassen. Dies gilt auch und gerade für uns im Messebereich; Messen werden sich breiter und zeitlich flexibler aufstellen müssen, um ihre eigenen Synergien besser zu nutzen. Die Brandboxx Salzburg nutzt Digitalisierung, um interne Effizienz zu steigern und die Kommunikation mit Kunden zu verbessern, aber das Kernprodukt unserer Vermittlung ist die real erlebbare Mode.“ 
    
baby&junior: Was ist das Schönste für Sie an der Kindermodenbranche?
   
Ulrike Charlotte Martin: „Als ich vor gut 5 Jahren die Kindertextil- und Hartwarenbranche als Projektleiterin übernahm, war dies kein einfaches Erbe. Mittlerweile sind wir nicht nur zahlenmäßig im Aussteller- und Brandbereich gewachsen, sondern es haben sich auch viele sehr schöne Verbindungen, ob mit Ausstellern, externen Dienstleistern oder Einkäufern, ergeben. Reiche Gespräche, lustige Begebenheiten, überraschende Glücksmomente und fast familiäre Bindungen sind entstanden. Dies nehme ich als Geschenk wahr. Nachdem die Branche in ihrer Struktur doch sehr übersichtlich ist, fühlt man sich in dem Verbund einfach ein Stück weit zu Hause. Das Besondere ist sicherlich, dass der Lebensbeginn eines Menschen sozusagen mitgestaltet werden darf. Dies ist ein spannender Moment für viele Eltern und für uns zum Glück Teil unseres Berufs.“