27.06.15 – Fachhandelsreportage

„toi et moi“, Basel: Für kleine Leute

Wer etwas zum Anziehen, zum Spielen, fürs Kinderzimmer – und nicht zuletzt fürs Auge – sucht, wird in Basel bei Nina Mösch fündig: In ihrem wunderschönen Ladengeschäft „toi et moi“ („für dich und mich“) begrüßen in zwei Räumen fröhlich bunte Kindermode, darunter das eigene Label Lilalotta, sowie diverse „Spielereien“ die Kundschaft.

„toi et moi“, Basel: Für kleine Leute
 
„toi et moi“, Basel: Für kleine Leute
 
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Seit letztem Sommer ist „toi et moi“ in der Spalenvorstadt 3 beheimatet. Eine begehrte Lage in Basel. Dennoch fürchten die Schweizer Geschäftsleute auch hier nach der Aufhebung der Franken-Kopplung an den Euro den Einkaufstourismus ins benachbarte Deutschland oder Frankreich: „Der Euro ist schwach. Buy Local, bleibt stark!“, kann man in einem Schaufenster als Appell an die Passanten lesen. Nina Mösch bleibt gelassen: „Ich kann nur sagen, wir merken davon gar nichts. Überhaupt nicht. Ich glaube, dass meine Zielgruppe für dieses Thema nicht anfällig ist. Das sind die Stadtfamilien, die ohne Auto unterwegs sind. Die möchten um die Ecke mit dem Velo einkaufen können.“

Exklusiv per Handschlag

Dennoch, die Konkurrenz schläft nicht. Das habe man kurz nach der Gründung des 60 Quadratmeter großen Ladens vor fünf Jahren gemerkt. Inhaberin Nina Mösch ist selbst Mutter von drei Kindern und war zuvor im Marketing tätig. Sie und ihre drei Mitarbeiterinnen setzen für ihr Geschäft auf „Exklusivitäten“, also Marken, wie z. B. Oilily, die sie und nur sie in einem Umkreis von bis zu einem Kilometer verkaufen. „Auch die neuen Marken, nehmen wir nur unter dieser Bedingung auf. Das funktioniert bis jetzt sehr gut und ist auch im Interesse der Marke selbst, denke ich.“ Die Absprache erfolgt per Handschlag.

Bei „toi et moi“ werden Kunden fündig, die bei Accessoires und Spielzeug auf Ästhetik und bei der Mode auf bunte Grafiken, Bio-Baumwolle und Nachhaltigkeit Wert legen. „Wir wollen Transparenz bei der Produktion und den Produktionsbedingungen – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Das ist uns wichtig und das ist nicht ganz einfach. Aber man ist sensibilisiert, je länger, je mehr, habe ich das Gefühl“, sagt Nina Mösch. Zu den Topsellern bei der Kindermode von null bis zwölf Jahren zählt die nach GOTS-Standard hergestellte Marke loud + proud aus Hersbruck bei Nürnberg. „Die ist einfach super und hat ein tolles Preis-Leistungsverhältnis“, schwärmt die Inhaberin. „Was wir auch gut verkaufen, ist Frugi und auch unsere Schweizer Marke L‘Asticot.“ Weitere Labels sind Sture & Lisa, Kidscase oder Mini Rodini.

Jungsmode ist der wunde Punkt

 Auch die Jungen kommen bei „toi et moi” nicht zu kurz. „Wobei man sagen muss, dass es immer eine Herausforderung ist, ein schönes, stimmiges Jungs-Sortiment zustande zu kriegen. Das ist nicht ganz so einfach, weil der Markt zwar mit schöner Mädchenmode überschwemmt ist, aber die Mode für die Jungs muss man suchen. Das ist ein wunder Punkt, aber auch ein guter Markt, den man bedienen muss.“ Seit neuestem gibt es auch einen Online-Shop von „toi et moi“ mit einem Mini-Sortiment – auch wenn man „momentan keine Ressourcen hat, um sich wirklich darum zu kümmern. Unser Laden läuft gut und wir sind sehr absorbiert damit.“ Was man bis jetzt online erreicht habe, sei jedoch vielversprechend. „Wir haben einige Bestellungen. Das hat schon Potenzial. Es muss nur noch ein bisschen warten."