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17.06.15

Ladendiebstähle in Milliardenhöhe

Das EHI Retail Institute e. V in Köln veröffentlicht eine Studie zu Inventurdifferenzen im Einzelhandel. Demnach beläuft sich der Schaden im Jahr 2014 in Deutschland auf 3,9 Milliarden Euro und ist damit unverändert hoch. Allerdings haben schwere Diebstähle in den letzten Jahren zugenommen.

Das tun Unternehmen, um Inventurdifferenzen zu vermeiden.

Das tun Unternehmen, um Inventurdifferenzen zu vermeiden.

 
Zwischen 2013 und 2014 stiegen die Inventurdifferenzen leicht an.

Zwischen 2013 und 2014 stiegen die Inventurdifferenzen leicht an.

 

Mit einem Anteil von über 50 Prozent sind Ladendiebstähle nach wie vor die Hauptursache der Inventurdifferenzen. Bei den Maßnahmen zu deren Vermeidung haben Personalschulungen, vor allem in den Bereichen Kasse, Verkauf und Wareneingang, die höchste Priorität. Frank Horst, Leiter des Forschungsbereichs Inventurdifferenzen und Sicherheit beim EHI und Verfasser der Studie kommentiert: „Der ständigen Aufmerksamkeit und der Sensibilisierung des Personals kommt eine besondere Schlüsselrolle bei der Reduzierung des Ladendiebstahls zu.“ Die angezeigten Ladendiebstähle sind 2014 laut polizeilicher Kriminalstatistik im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 365.373 Fälle gestiegen. Anlass zur Sorge ist die Tatsache, dass schwere Ladendiebstähle (z. B. von gesicherter Ware) aber dramatisch zugenommen haben. In den letzten sieben Jahren haben sie sich mehr als verdoppelt.

Bei Bekleidung zeigen Diebe eine Vorliebe für hochwertige Marken und modische Accessoires wie Brillen, Tücher oder Modeschmuck. Im Elektronikhandel zählen Speichermedien, Konsolenspiele und Smartphones sowie deren Zubehör zu den beliebtesten „Klauprodukten“.

Im gesamten Einzelhandel summierten sich 2014 die Inventurdifferenzen – bewertet zu Verkaufspreisen – auf 3,9 Milliarden Euro. Handelsexperten schätzen, dass davon auf Ladendiebstähle durch Kunden rund 2,1 Milliarden Euro zurückzuführen sind. Den eigenen Mitarbeitern werden knapp 900 Millionen angelastet und Lieferanten sowie Servicekräften werden etwas mehr als 300 Millionen Euro an Warenverlusten im Jahr zugerechnet. Die restlichen 600 Mio. Euro entfallen auf organisatorische Mängel.

Die durchschnittliche Inventurdifferenz beträgt 1 Prozent vom Umsatz, weitere Kosten entstehen durch Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro in Technik und Personal zum Diebstahlschutz. Insgesamt gehen dem Einzelhandel durch Inventurdifferenzen und Investitionen zu deren Vermeidung 1,3 Prozent des Umsatzes bzw. absolut rund 5,2 Milliarden Euro verloren. Letztlich wird diese Summe in die Verkaufspreise einkalkuliert und jeder ehrliche Kunde zahlt mit. Der Mehrwertsteuerverlust, den der Staat durch Kundendiebstähle erfährt, beträgt rund 450 Mio. Euro jährlich.

Mitglieder des EHI erhalten die Studie im kostenlosen Downloadbereich: www.ehi.org/mitglieder-downloads.html

Bestellmöglichkeit der Studie unter: http://www.ehi-shop.de/de/inventurdifferenzen

www.ehi.org