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08.05.19 – Fachgeschäftsreport

Freitagskind, Heidelberg: Mit Nachhaltigkeit zum Erfolg

In der Heidelberger Weststadt pflegt Bianca Appel seit acht Jahren ein kleines, aber feines Kindermoden-Geschäft mit Spezialisierung auf ökologischer Bekleidung. Der strategische Fokus liegt auf dem stationären Geschäft, den Online-Handel lehnt die Inhaberin ab.

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„Freitagskind“-Inhaberin Bianca Appel in ihrem Reich. © Meisenbach Verlag

 
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Der Laden als Einladung: Das „Freitagskind“ präsentiert sich offen und sympathisch. © Meisenbach Verlag

 
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„Öko muss man leben und wirklich davon überzeugt sein“, betont Inhaberin Bianca Appel, weshalb sie in den ersten Geschäftsjahren neben aktueller Kindermode auch Secondhand-Kleidung im „Freitagskind“ anbot. Vor drei Jahren aber hat sie die Sparte aufgegeben, weil die Leute einfach zu viel Kleidung gebracht hatten und sich andererseits nicht genug Abnehmer fanden. Dafür gebe es in Heidelberg zu viele gute Flohmärkte, weiß die Unternehmerin, die eigentlich aus Frankfurt am Main stammt und vor ihrer Elternzeit in der Werbung tätig war.

Für sie war es schwierig, mit zwei kleinen Kindern, wieder in die Branche zurückzukehren. Es entstand die Idee mit einem eigenen Laden. Bianca Appel überlegte, was Heidelberg braucht. Dominant vor Ort ist BabyOne, hinzu kommen einige andere kleine Ausstattungsgeschäfte, die Kindermode, vor allem die nachhaltige, war eher schwach vertreten. So konzentriert sich das 45 m² große „Freitagskind“ bis heute hauptsächlich auf Bio-Bekleidung und hat, bereits von Beginn an, als Ergänzung kleines Spielzeug und hübsche Accessoires hinzugenommen.

Faires Motto

Mit dem Motto ihres Ladens „Kinderkleidung von fair bis anders“ will Bianca Appel klar machen, dass ihre Waren überwiegend ökologisch sind und dass bei ihr andere Sachen zu finden seien als zum Beispiel bei C&A und Kaufhof. Zum Sortiment gehören die Marken Cosilana, Engel, Reiff, Frugi, loud + proud und Anna & Paul, auf jeden Fall viel aus Deutschland.

Diese Ausrichtung liegt auch in der persönlichen Motivation Bianca Appels begründet: „Ich bin so groß geworden, bei uns wurde viel selbst angebaut, repariert und aufgetragen“, erzählt die Gründerin. Gleichzeitig aber bleibt sie realistisch: „Alles geht nicht. Man setzt sich da viel zu sehr unter Druck, wenn man alles ökologisch machen will.“

Mit Individualität punkten

Präsentiert wird das Angebot in drei verschiedenen Räumen. Betritt man das Geschäft mit dem großzügigen, einladend gestalteten Schaufenster, öffnet sich der erste Verkaufsraum für die Kinderbekleidung bis zum Grundschulalter, die in schlichten Regalen und auf Kleiderständern präsentiert wird. Kinder können sich, während die Eltern auswählen, an zwei Spieltischen beschäftigen. Zum Stöbern laden die bunten Körbe mit Kleintextilien wie Mützen, Stirnbändern und Halstüchern ein.

Eine breite Treppe führt zum zweiten Raum, in dem sich Spielzeug und Accessoires neben dem Kassenbereich befinden. Rucksäcke, Trinkflaschen, Holzspielwaren, kleine Figuren - Produkte, die sich auch gut als Geschenk mitnehmen lassen.

Zusätzlich präsentiert sie im Kassenbereich Kleinigkeiten von lokalen Produzenten, zum Beispiel Ketten und Täschchen oder Armbänder aus alten Saris. Bianca Appel ist ein Fan kleiner, unbekannter Labels, denn ihrer Ansicht nach gibt es die bekannten Marken sowieso schon überall. Auch deshalb ist sie gern auf Messen unterwegs: um neue Entdeckungen zu machen. Das Aus der Kids Now gefällt ihr nicht so gut, denn die Messe war für sie schnell erreichbar. Nun wird sie, neben der Innatex, wahrscheinlich nach München fahren, die Ordertage in Eschborn sind eine Alternative.

Mehr zum Konzept der Händlerin und was sie von einem Online-Shop hält, erfahren Sie in der Januar-/Februar-Ausgabe von baby&junior, die Sie bei unserem Leserservice bestellen können.