21.05.19 – Im Vergleich zum Online-Shopping

Einkaufserlebnis im Laden kommt gut an

Studie von Ruckus Networks: Kunden finden das Einkaufserlebnis im Geschäft oft besser als das Online-Erlebnis. Auch Handlungsvorschläge liefert die Studie.

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Die Infografik fasst wichtige Ergebnisse der Studie zusammen und zeigt u. a., worauf stationäre Einzelhändler bauen sollten. © Ruckus Networks

 

Ein Einzelhandelsreport von Ruckus Network (Teil der CommScope) untersucht, warum Kunden in Ladengeschäfte gehen und welche Technologien sie sich beim Einkaufserlebnis wünschen. Basierend auf einer Umfrage unter 5000 Verbrauchern in Großbritannien, Frankreich und Deutschland, vermittelt die Studie Einzelhändlern zudem konkrete Handlungsvorschläge, um sich den Veränderungen im Einzelhandelsgeschäft in Europa anzupassen.

Wo kauft es sich besser?

Die Umfrage in den drei europäischen Ländern ergab, dass 36 % der Befragten das Einkaufserlebnis im Ladengeschäft besser finden als das Online-Erlebnis. Immerhin noch 27 % bewerten das Erlebnis als gleichwertig. Nur eine Minderheit von 21 % findet das Erlebnis im Ladengeschäft schlechter als online. In Deutschland war die Aussage sogar noch deutlicher: 47 % der Befragten stuften das Erlebnis im Ladengeschäft als besser ein im Vergleich zum Online-Kauf.

Die Jugend nicht vernachlässigen

In der Bundesrepublik, in der die Unterstützung für den Einzelhandel vor Ort im Ländervergleich am stärksten ausfiel, war der Meinungsunterschied zwischen jüngeren und älteren Käufern am deutlichsten. 24 % der 18- bis 24-Jährigen empfindet das In-Store-Erlebnis schlechter als das Online, im nationalen Durchschnitt sind es nur 14 %. Zwar sind 35 % der 18- bis 24-Jährigen der Meinung, dass das Erlebnis im Ladengeschäft besser als Online ist, jedoch steht dies im Vergleich zu 47 % auf nationaler Ebene, die das Einkaufserlebnis im Geschäft bevorzugen.

Was zieht Kunden ins Fachgeschäft?

Der Report betrachtet auch, warum Käufer das Ladengeschäft betreten. Sowohl der Kaufvorgang an sich als auch Produktdemos und das Fachwissen der Mitarbeiter zählten hier zu den beliebtesten Antworten.

  • 32 % bevorzugen eine physische Verkaufsstelle (z. B. Interaktion mit einem Verkäufer im Geschäft).
  • 27 % wollten von den Mitarbeitern mehr Fachauskünfte zu den Produkten bekommen.
  • 26 % wollten Live-Demos/die Produkte direkt sehen.
  • 23 % wollten sich über die Produkte informieren, um sie später im Geschäft zu erwerben.
  • 23 % hatten mehr Vertrauen in die Verfügbarkeit von Produkten im Laden.
  • 14 % wollten sich über die Produkte informieren, um sie später online zu erwerben.
  • 10 % wollten die Produkte physisch erwerben, nachdem sie sich online/im Geschäft darüber informiert haben.

Wünsche der Kunden

Die Betrachtung unterschiedlicher Technologien, die sich Käufer für den Einkauf im Ladengeschäft wünschen, ergab in den drei Ländern ähnliche Ergebnisse. Die Echtzeit-Verfügbarkeit von Produkten war die meistgenannte Antwort aller Altersgruppen (41% in Deutschland, 40 % in Großbritannien und 37 % in Frankreich). In allen Ländern wünschten sich jüngere Käufer mehr Technologie im Geschäft als der jeweils nationale Durchschnitt.

Deutsche Käufer wünschen sich kostenloses WLAN (18 %), Apps zur Self-Service-Bezahlung (15 %), elektronische Preisschilder (15 %), Augmented Reality (13 %) und Self-Servicing-Bestellstationen (13 %).

Trotz allem sträuben sich Kunden dagegen, ihre persönlichen Daten im Austausch gegen den Zugang zu diesen Dienstleistungen preiszugeben. Die Deutschen waren im internationalen Vergleich am wenigsten bereit, ihre persönlichen Daten im Austausch gegen Dienstleistungen preiszugeben.

Drei Strategien für die Zukunft des Einzelhandels

Der Bericht schlägt drei grundlegende Strategien für den Einzelhandel vor, um einen Connected Store aufzubauen.

  • Nutzung von Technologien, um die Ladenumgebung unmittelbar aufzuwerten:

      Einzelhändler müssen vorhandene Technologien jetzt implementieren, um ihre Ladenumgebung zu optimieren. Dies könnte beispielsweise Abfragen von Echtzeit-Lagerbeständen beinhalten (von 41 % der Deutschen gewünscht) oder Bestellstationen mit Selbstbedienung (13 % der Deutschen wünschen sich das). Dies legt den Grundstein für die nächste Stufe der Digitalen Transformation für den Einzelhandel.

  • Start des Aufbaus des Einzelhandel-Showrooms:

      Schon in naher Zukunft sollten Einzelhändler beginnen, eine Showroom-Umgebung einzurichten. In diesem Showroom sollte über Produkte informiert und diese präsentiert werden. Gleichzeitig sollte deren Verkauf durch einen vereinfachten Kaufprozess unterstützt werden. Dazu gehört beispielsweise die Nutzung von „smarten“ Spiegeln und von Augmented Reality.

  • Schaffung einer technologischen Grundlage für einen Connected Store:

      Die Technologie für unternehmenskritische Anwendungen sollte jetzt ausgewählt werden. Die Nachfrage nach ausreichender Bandbreite durch datenintensive Nutzung von Services in den Ladengeschäften erhöht die Anforderungen an die Netzwerke deutlich.