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18.05.15

Deutschland ist kein Gründerland

Die Zahl der gewerblichen Neugründungen sank im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 2002, zeigen die Erhebungen des Bundesamtes für Statistik.

In Deutschland herrscht wenig Unternehmergeist.

In Deutschland herrscht wenig Unternehmergeist.

 
Die klassische GmbH ist bei Neugründungen die beliebteste Rechtsform.

Die klassische GmbH ist bei Neugründungen die beliebteste Rechtsform.

 
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Bei den Neuerrichtungen des Jahres 2014 handelt es sich weitestgehend um Neugründungen und zu einem kleinen Anteil um Unternehmensumwandlungen. Die Zahl der aufgegebenen Gewerbe liegt dabei auf Vorjahresniveau und damit kaum über der Zahl der Neuerrichtungen. Neugründungen werden überwiegend von Männern bestritten, die Geldmittel stammen größtenteils aus dem privaten Umfeld. Nur ein Viertel aller Gründer nahm im vergangenen Jahr einen Förderkredit in Anspruch, wie das Karrierenetzwerk XING in seinem Themenportal „Spielraum" darlegt.

Insbesondere die Zahl der neugegründeten Kleinunternehmen sei zurückgegangen (-11,5 % auf 211.000). Die Erklärung für diesen Schwund sei nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes die seit 2014 eingeführte Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren. Diese dürfen nun ohne Beschränkung eine abhängige Beschäftigung in Deutschland aufnehmen.

Diese Verhaltensweise korrespondiert mit der wenig ausgeprägten Gründermentalität der Deutschen. Sie bevorzugen die Sicherheit des Angestellten-Daseins, berichtet der XING-Artikel. Auch werde in Deutschland häufiger mangels Erwerbsalternativen gegründet und nicht, weil sich eine Marktchance auftue.

Laut Aussage der Europäischen Kommission wollen gerade junge Menschen in Deutschland aufgrund unzureichender Vorbereitung und Befähigung nicht gründen. Trend- und Zukunftsforscher Patrick Mijnals hält dagegen: „Tatsächlich lernen immer mehr junge Menschen das Unternehmertum schon früh als mögliche Berufsoption kennen. Seit einigen Jahren werden beispielsweise an vielen Schulen Schülerfirmen gegründet." Er nennt einige Initiativen wie Rockit Biz oder Gründerrepublik, die versuchen, bei Jugendlichen Interesse für das Unternehmertum zu wecken. Und er sieht eine andere Zielgruppe am Horizont: Die weitaus älteren, aber gründungsunerfahrenen „Silverpreneure". Europaweit wird hier ein bemerkenswerter Anstieg in der Gründungsberatung verzeichnet, sagt Mijnals.