11.08.26 – Designgeschichten

Theo Ginman, Jonathan Rasmussen und Modu

Wenn Spielzeug aus der Wohnzimmerecke verschwindet, ist die Geschichte meistens zu Ende. Bei Modu beginnt sie genau dort: als wandelbares System, das Kinder über Jahre begleitet und zeigt, wie verantwortungsvolles Design im XL-Format aussieht.

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Die großformatigen, leichten Bausteine von Modu lassen sich zu Fahrzeugen, Möbeln sowie Kletter- oder Balance-Objekten zusammensetzen. © Modu

 
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Mit dem Baby-Aktivset lernen schon die Kleinsten ihren Körper und ihre Fähigkeiten kennen. © Modu

 
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2018 in Kopenhagen. Zwei junge Designingenieure, Theo Ginman und Jonathan Rasmussen, blicken auf einen Haufen klassischer Babyprodukte: Wippe, Rutschauto, Schaukel – alles für kurze Phasen gemacht. Die Frage, die sie nicht mehr loslässt: Wie kann ein einziges System all das ersetzen und gleichzeitig länger, nachhaltiger und fantasievoller funktionieren? Aus dieser Unzufriedenheit mit kurzlebigem Spielzeug entsteht Modu: ein modulares System für lebensgroßes Bauspielzeug, entworfen für Kinder ab etwa sechs Monaten bis weit in die Kindergartenzeit hinein.

Endlose Spielmöglichkeiten

Anstatt die Wohnung mit immer neuen Produkten zu füllen, wächst Modu mit: Vom ersten Stehen und Laufen über Balance-Übungen bis zum selbstgebauten „Autoscooter“ oder Parcours. Im Zentrum steht dabei eine klare Überzeugung: „Kinder lernen, indem sie ihre Vorstellungskraft und ihren Körper einsetzen, um zu erforschen, zu entdecken und Grenzen zu überschreiten und sich so neue Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen. Modu ist ein Spielzeug, mit dem man endlos spielen und erforschen kann. Ein Spielzeug für die Entwicklung und ein Spielzeug, das Kinder zu kleinen Problemlösern macht und sie dazu inspiriert, dem Leben mit Neugierde und großem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu begegnen.“ Diese Haltung prägt das Design.

Spielen als Mittelpunkt des Alltags

Modu folgt dem Prinzip des verspielten dänischen Minimalismus: weiche Radien, klare Formen, gedeckte Farben und gleichzeitig maximale Funktion. Die Blöcke aus leichtem, robustem EPP-Schaum und die stabilen ABS-Verbinder lassen sich in Sekunden zu Rollbrettern, Wippen, Rutschfahrzeugen oder Fantasieobjekten verbinden. Das Wohnzimmer wird zur Bewegungslandschaft, ohne wie ein überladener Spielkeller auszusehen.

Gleichzeitig denkt Modu weit über die Form hinaus. Denn viele Babyprodukte werden nach wenigen Monaten „zu klein“ und landen im Keller oder Müll. Modu setzt stattdessen auf einen Spielkreislauf: vorstellen, bauen, bewegen – und wieder von vorn. Wenn eine Kreation nicht mehr passt, wird sie nicht entsorgt, sondern umgebaut. Das System bleibt relevant, weil Kinder ihre Fähigkeiten und Ideen in der gleichen Sprache weiterentwickeln können: durch offenes, ergebnisoffenes Spiel.

Langlebige Materialien

Die Materialwahl folgt derselben Logik: Die Bausteine bestehen aus zu 100 % recycelbarem EPP-Schaum, der langlebig, leicht zu reinigen und ressourcenschonend in der Herstellung ist. Die Verbinder werden aus lebensmittelechtem, recycelbarem ABS gefertigt; ein Material, das man aus hochwertigen Konstruktionsspielzeugen kennt. Alle Komponenten sind als Monomaterialien konzipiert und über Steck- statt Schraubverbindungen verbunden. So lassen sich Teile leicht trennen, ersetzen und recyceln.

Ein besonderes Detail ist die Farbwelt „Ocean Mint“, bei der etwa 15 % des Materials aus maritimen Industrieabfällen wie alten Fischernetzen und Seilen stammen. Was früher im Meer trieb, wird zum Baustein für neue Spielwelten. Produziert wird ausschließlich in Europa, in sorgfältig ausgewählten Betrieben in Frankreich und Dänemark.

Die gesamte Kette – von der Materialbeschaffung bis zur Endfertigung – ist zentralisiert, um Transportwege zu verkürzen und Emissionen zu reduzieren.

Soziale und ökologische Verantwortung

Gleichzeitig achtet Modu darauf, dass Partner strenge Standards in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsrecht, Korruptionsbekämpfung und Umwelt einhalten. Als zertifizierte B Corp™ verankert Modu diesen Anspruch verbindlich im Unternehmen: Es geht nicht nur um schöne Objekte, sondern um durchdachte, soziale und ökologische Verantwortung. So wird aus einer scheinbar einfachen Frage nach „besserem Spielzeug“ ein umfassendes Designprojekt: ein System, das Kinder zu kleinen Problemlösern macht, Familien bewegt und zeigt, wie viel Zukunft in einem Stück Schaumstoff und einer Handvoll Verbinder stecken kann. „Mit Modu hoffen wir, Menschen aller Art – Kinder, Eltern, Spielkameraden – zu verbinden und sie einzuladen, sich zu engagieren und fröhliche Momente miteinander zu teilen“, formulieren Theo Ginman und Jonathan Rasmussen ihr Ziel.