19.02.15 – Standards RDS und TDS

Gans großes Geschäft

Daunenjacken gibt es in allen Variationen. Doch woher kommen eigentlich ihre Federn und wie werden sie gewonnen?

Die Daunenjacken des italienischen Labels Save the Duck sind mit der synthetischen Plumtech-Daune gefüttert.

Die Daunenjacken des italienischen Labels Save the Duck sind mit der synthetischen Plumtech-Daune gefüttert.

 
Gans großes Geschäft
 

Die Herkunft der Federn bleibt für den Daunenjacken-Käufer meist unklar: Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest im Jahr 2013 konnte kein einziger deutscher Verarbeiter von Daunen angeben, woher seine Federn stammen.

Selbst Firmen, die das „Traumpass"-Siegel tragen, welches garantiert, keine Daunen aus Lebendrupf zu verwenden, konnten keinerlei Angaben machen, berichtete die Badische Zeitung Mitte Februar.

Laut diesem Bericht werden Gänse nicht nur im Schlachthof gerupft, sondern bei lebendigem Leib "geerntet", so der Branchensprecher.

Diese Form der Daunengewinnung nennt sich Lebendrupf und ist in der EU verboten. Bis zu viermal in ihrem Leben werden Gänsen, aber auch Enten beim Lebendrupf die Federn abgestrichen, wobei sie zahlreiche Verletzungen und Knochenbrüche erleiden.

Die Züchter hingegen erwirtschaften höhere Erträge und erhalten eine bessere Qualität, denn je öfter der Lebendrupf praktiziert wird, desto besser sind die Daunen.

Martina Stephany von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN empfiehlt Daunenjacken-Herstellern die Standards RDS und TDS, denen  Firmen wie The North Face oder Helly Hansen inzwischen unterliegen.

In Zusammenarbeit mit einigen Outdoor-Marken hat VIER PFOTEN begonnen, Rückverfolgbarkeitssysteme für Daunen zu entwickeln.

Eine Online-Petition gegen Lebendrupf findet sich auf der VIER PFOTEN-Website.

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