07.11.13 – Eco-Verband

Strategie gegen den Preisverfall im Netz

E-Commerce treibt den Preisverfall von Produkten voran. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Georg Rainer Hofmann vom Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. In seinem Gegenkonzept fordert er – analog zum stationären Fachhandel – einen Online-Fachhandel.

Prof. Georg Rainer Hofmann

Prof. Georg Rainer Hofmann

 

Laut Prof. Hofmann begünstigt der wachsende Online-Handel Discount-Strategien: „Das billigste Angebot bestimmt den Marktpreis.“ Durch diese Entwicklung sieht der Fachverband auch den Wert von Produktmarken geschädigt.

Als Gegenmodell empfiehlt der E-Commerce-Experte das Konzept eines Online-Fachhandels, bei dem die Hersteller bewusst bestimmte Händler auswählen. „Qualitätsprodukte müssen qualifiziert gegenüber dem Kunden vertreten werden“, so Hofmann. Nur mit einer Qualitätsstrategie könne es gelingen, zumindest eine gewisse Preisstabilität am Online-Markt zu erreichen.

Fachhandels-Dilemma auch im Netz

Der Online-Einzelhandel erlebt nach Einschätzung des Experten das sogenannte „Fachhandels-Dilemma“, ähnlich wie der stationäre Handel: Der Kunde lässt sich vom Fachhändler beraten – kauft anschließend aber beim billigeren Discounter oder im Internet. „Es liegt bei den Herstellern von Qualitätsprodukten, den Online-Fachhandel zu fördern und damit der Niedrigpreispolitik der Discounter entgegenzuwirken“, erklärt Hofmann. Er fordert: „Die Hersteller müssen begreifen, dass eine Absatzförderung über Niedrigpreisanbieter zwar den Absatz fördert, aber die Marke nachhaltig beschädigt.“

Mehr Informationen zu den Positionen des Verbands der Internetwirtschaft gibt es auf der offiziellen Homepage: www.eco.de