05.05.15

Bahnstreik schädigt deutsche Wirtschaft

Nicht nur Pendler und andere Bahnreisende haben diese Woche Pech. Der längste Bahnstreik, der Güter- und Personenzüge in Deutschland je lahmlegte, kostet die Wirtschaft täglich einen dreistelligen Millionenbetrag.

Bis Sonntag herrscht weitgehend Stillstand auf den Gleisen - für Menschen und Güter.

Bis Sonntag herrscht weitgehend Stillstand auf den Gleisen - für Menschen und Güter.

 

Schiffe können nicht beladen werden. Container stehen im Weg. Lkws stauen sich. Werke stehen still. Mit einem Fehlbetrag von 100 Millionen Euro pro Streiktag rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Die Schiene ist eine der Hauptschlagadern moderner Just-in-time-Logistik und gerade für die deutsche Industrie unverzichtbar", erklärt Chefvolkswirt Alexander Schumann in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts. Besonders Kohle- und Stahlfirmen, die zu den Großkunden der Bahn zählen, sind irritiert. Ihr Puffer reicht üblicherweise für fünf bis sieben Tage. Der Bahnstreik für den Güterverkehr begann bereits am gestrigen Montag. Im Personenverkehr fallen ab heute bis kommenden Sonntag etwa zwei Drittel der Fernverbindungen aus, allein in Bayern stehen zudem 50 Prozent der Regionalzüge still.

Neben den Großkunden, die nicht zuletzt erstmals mit Produktionsstopps rechnen müssen, weil tonnenweise Güter oder Rohstoffe nicht abtransportiert werden können, leiden auch kleinere Firmen unter dem Bahnstreik. „Einzelhändler, die fünf oder sechs  Container mit Aktionsware aus Fernost erwarten, werden den geplanten Verkauf womöglich um eine Woche verschieben müssen", so Gunnar Gburek vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME).

Lioba Hebauer